Bogenschießen für Einsteiger: Recurve, Compound oder Langbogen, der erste Kurs, Ausrüstung und wo man schießen darf
TUREFF• •0
Bogenschießen verbindet Konzentration, Körperspannung und Ruhe. Es ist ein Sport für jedes Alter und fast jeden Fitnessstand, und in Deutschland gibt es zahlreiche Bogensportvereine und Bogenparcours. Wer die Grundlagen richtig lernt, hat lange Freude daran.
1. Die Bogenarten
Recurvebogen: der olympische Bogen. Die Wurfarmenden sind nach vorn gebogen. Mit Visier, Stabilisatoren und Klicker sehr präzise; ohne Zubehör als „Blankbogen“ geschossen.
Compoundbogen: mit Umlenkrollen, die das Haltegewicht im Vollauszug stark verringern. Sehr präzise, meist mit Lupenvisier und mechanischem Löser.
Langbogen und Jagdrecurve (traditioneller Bogen): ohne Visier, man schießt „instinktiv“. Beliebt im 3D-Parcours im Wald, wo auf Tierattrappen geschossen wird.
Viele Vereine fangen mit einem einfachen Recurve-Leihbogen an. So kann man herausfinden, welche Art einem liegt, bevor man etwas kauft.
2. Der Einstieg im Verein oder Kurs
Ein Schnupperkurs bei einem Verein oder einer Bogenschule ist der beste Start. Dort lernt man die Sicherheitsregeln, den richtigen Stand und den Bewegungsablauf, und die Ausrüstung wird gestellt.
Vereine im Deutschen Schützenbund oder in anderen Bogensportverbänden bieten Training, Wettkämpfe und oft günstige Leihbögen für die ersten Monate.
3. Der Schussablauf
Stand: schulterbreit, seitlich zur Scheibe.
Griff: die Bogenhand hält locker, nicht krampfhaft.
Auszug: die Sehne mit drei Fingern (bei Recurve) ziehen und mit Rückenmuskulatur, nicht nur mit dem Arm, bis zum immer gleichen Ankerpunkt am Gesicht.
Zielen und Lösen: die Finger entspannen, nicht „aufmachen“; die Sehne läuft von selbst ab.
Nachhalten: Haltung beibehalten, bis der Pfeil im Ziel steckt.
Der wichtigste Schlüssel ist Wiederholbarkeit: jeder Schuss soll gleich ablaufen.
4. Ausrüstung
Wer sich einen eigenen Bogen zulegt, sollte unbedingt im Fachgeschäft oder mit dem Trainer kaufen. Das Zuggewicht muss zur Kraft passen. Zu schwere Bögen sind der häufigste Anfängerfehler und führen zu schlechter Technik und Schulterproblemen.
Pfeile müssen zum Bogen und zur Auszugslänge passen („Spine“). Zu kurze Pfeile sind gefährlich.
Armschutz und Fingertab bzw. Schießhandschuh schützen vor Verletzungen; ein Köcher hält die Pfeile.
5. Wo darf man schießen?
Pfeil und Bogen gelten in Deutschland nicht als Waffen im Sinne des Waffengesetzes und sind frei erhältlich. Geschossen werden darf aber nur dort, wo niemand gefährdet wird: auf Vereinsplätzen, in Bogenhallen, auf genehmigten 3D-Parcours oder auf eigenem Grund mit sicherem Hintergrund und Absprache mit den Nachbarn. In Wäldern, Parks und auf öffentlichen Flächen ist es nicht erlaubt.
Die Jagd mit Pfeil und Bogen ist in Deutschland verboten.
Für Vereinsmitglieder und auf Parcours ist eine Haftpflichtversicherung üblich oder vorgeschrieben.
6. Sicherheitsregeln
Pfeile nur auf der Schießlinie und nur in Richtung Scheibe auflegen.
Nie einen Bogen ohne Pfeil „leer“ abschießen (Trockenschuss), das kann den Bogen zerstören und verletzen.
Pfeile erst holen, wenn alle geschossen haben und das Kommando gegeben ist. Beim Herausziehen der Pfeile darf niemand direkt hinter einem stehen.
7. Fortschritt
Zwei Trainingseinheiten pro Woche bringen schnelle Fortschritte. Wettkämpfe gibt es in der Halle, im Freien und im Parcours, auch für Einsteiger und Senioren.
In diesem Raum kannst du Fragen zu Technik, Ausrüstung und Vereinen stellen und deine Erfahrungen teilen.