Camping in Deutschland: Campingplatz, Wohnmobilstellplatz, warum Wildcampen meist verboten ist und was in die Ausrüstung gehört
TUREFF• •0
Camping ist in Deutschland beliebt wie nie: ob mit Zelt an der Ostsee, mit dem Wohnwagen in Bayern oder mit dem ausgebauten Van im Schwarzwald. Damit der erste Urlaub entspannt wird, hilft ein Überblick über die Möglichkeiten und Regeln.
1. Campingplatz, Stellplatz, Trekkingplatz
Campingplatz: Plätze mit Parzellen für Zelt, Wohnwagen und Wohnmobil, Sanitärgebäude, Strom und oft Laden, Spielplatz oder Restaurant. Ideal für Familien und Einsteiger.
Wohnmobilstellplatz: ein Parkplatz für Reisemobile, oft am Ortsrand oder bei Bauernhöfen und Weingütern, meist mit Ver- und Entsorgung, aber ohne Zelte und ohne Campingverhalten wie Stühle und Markise davor. Günstig und gut für Zwischenstopps.
Trekkingplätze: In einigen Regionen, etwa im Pfälzerwald, im Schwarzwald, in der Eifel oder in Sachsen, gibt es einfache Plätze im Wald für Wanderer mit Zelt. Man bucht sie meist vorher online, Plätze und Regeln unterscheiden sich je nach Region.
2. Wildcampen
Freies Zelten in der Natur ist in Deutschland in den meisten Fällen nicht erlaubt. Die Regeln sind Ländersache und unterscheiden sich, in Wäldern und Schutzgebieten ist es fast überall verboten, und auf privatem Grund braucht man die Erlaubnis des Eigentümers. Bußgelder sind möglich.
Mit dem Wohnmobil gilt: Einmaliges Übernachten zur „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ auf einem Parkplatz wird vielerorts geduldet, solange man nicht campt. Örtliche Verbote haben aber Vorrang.
Biwakieren ohne Zelt, zum Beispiel bei Notlagen in den Bergen, wird teils anders behandelt. Informiere dich vorher bei den zuständigen Behörden oder dem Alpenverein.
3. Wann und wo buchen
Für die Sommerferien, Pfingsten und beliebte Regionen wie Nord- und Ostsee oder Bodensee solltest du früh reservieren. In der Vor- und Nachsaison findet man oft spontan einen Platz.
Viele Plätze haben eine Mittagsruhe und eine Nachtruhe ab etwa 22 Uhr. Die Platzordnung gilt für alle.
Mit der ACSI-Karte oder ähnlichen Rabattkarten wird Camping in der Nebensaison günstiger.
4. Ausrüstung für Zeltcamper
Zelt: lieber eine Personengröße größer als nötig. Probiere den Aufbau einmal zu Hause aus.
Isomatte und Schlafsack passend zur Jahreszeit. Auch im Sommer werden Nächte in Deutschland schnell kühl; die Komfortangabe des Schlafsacks ist entscheidender als die Extremtemperatur.
Gaskocher, Topf, Besteck, Spülschüssel, Wasserkanister.
Stirnlampe, Campingstühle, Tisch, Plane oder Tarp gegen Regen und Sonne.
Für Strom: ein CEE-Adapter (blauer Campingstecker) und ein ausreichend langes Kabel, das du bei Nutzung ganz abrollst.
5. Wohnwagen und Wohnmobil
Achte auf das zulässige Gesamtgewicht und deinen Führerschein: Mit Klasse B darfst du Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen fahren. Bei Anhängern gibt es zusätzliche Grenzen.
Gas-Prüfung und Hauptuntersuchung müssen aktuell sein.
Mietfahrzeuge sind ein guter Weg, das Reisen mit Wohnmobil auszuprobieren, bevor man kauft.
6. Rücksicht und Natur
Grillen und offenes Feuer nur, wo erlaubt. Bei Waldbrandgefahr gelten Verbote, die Warnstufen werden regional veröffentlicht.
Müll trennen, Abwasser und Chemietoilette nur an den Entsorgungsstationen leeren.
Rücksicht auf Nachbarn: Musik leise, Abstand halten, Ruhezeiten einhalten.
Regeln zu Wildcampen und Übernachten unterscheiden sich je nach Bundesland und Gemeinde; im Zweifel bei der Gemeinde oder dem Naturpark nachfragen. In diesem Raum kannst du Plätze empfehlen und Erfahrungen teilen.