Wand streichen wie ein Profi: Abkleben, Grundieren, die richtige Farbe, Rollen ohne Streifen und saubere Kanten

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Eine frisch gestrichene Wand verändert einen Raum mehr als fast jede andere Renovierung, und man kann es gut selbst machen. Der Unterschied zwischen fleckig und professionell liegt fast immer in der Vorbereitung und in ein paar Handgriffen beim Rollen. Material Wandfarbe (Dispersionsfarbe) in ausreichender Menge Farbrolle (Lammfell oder Microfaser, 18–25 cm) mit Teleskopstiel und Abstreifgitter Ein Flachpinsel oder Eckenpinsel für Ränder Malerkrepp, Abdeckfolie oder Malervlies für den Boden Spachtel und Spachtelmasse für Löcher, Schleifpapier Eimer, Rührholz, Leiter, Lappen Die richtige Farbe Deckkraft: Auf dem Eimer steht die Deckkraftklasse nach DIN EN 13300. Klasse 1 deckt am besten, Klasse 2 ist für normale Wohnräume meist gut. Billigfarbe mit schlechter Deckkraft braucht oft drei Anstriche und ist am Ende teurer. Nassabriebklasse: Sie sagt, wie gut sich die Wand später abwischen lässt. Für Küche, Flur und Kinderzimmer ist Klasse 1 oder 2 sinnvoll. Menge: Als Faustregel reichen pro Liter etwa 6–8 Quadratmeter pro Anstrich, abhängig vom Untergrund; die genaue Angabe steht auf dem Eimer. Wandfläche ausrechnen, Fenster und Türen abziehen und lieber etwas mehr kaufen. Vorbereitung Möbel in die Raummitte schieben und abdecken, Boden mit Vlies oder Folie auslegen. Steckdosen- und Schalterabdeckungen abschrauben (vorher Sicherung raus) oder sorgfältig abkleben. Löcher von Dübeln und Nägeln zuspachteln, nach dem Trocknen glatt schleifen. Fettige Stellen, etwa in der Küche, abwaschen. Kanten zu Decke, Fußleisten, Fenster- und Türrahmen mit Malerkrepp abkleben. Das Band fest andrücken, damit keine Farbe darunterläuft. Der Untergrund-Test Mit einem Klebeband testen, ob die alte Farbe gut hält: aufkleben, abreißen. Bleibt Farbe am Band, muss der Untergrund vorbehandelt werden. Stark saugende Wände (frischer Putz, Gipskarton, gespachtelte Flächen) mit Tiefgrund grundieren, sonst trocknet die Farbe fleckig. Wer eine dunkle Wand hell überstreicht, braucht meist zwei Anstriche oder eine Sperrgrundierung. Streichen 1. Farbe gründlich aufrühren. 2. Zuerst die Ränder und Ecken mit dem Pinsel etwa eine Handbreit vorstreichen. 3. Dann die Fläche mit der Rolle: Rolle in die Farbe tauchen, am Gitter abstreifen, bis sie gleichmäßig gesättigt ist und nicht tropft. 4. Die Farbe in Bahnen auftragen: zuerst von oben nach unten, dann quer verteilen, zum Schluss ohne neue Farbe von oben nach unten „abrollen“. So entstehen keine Streifen. 5. Nass in nass arbeiten: Immer an die noch feuchte Bahn anschließen und eine Wand ohne Pause fertig streichen. Wer mittendrin aufhört, sieht später Ansätze. 6. Bei zwei Anstrichen die Trockenzeit auf dem Eimer abwarten. Saubere Kanten Das Malerkrepp abziehen, solange die letzte Farbschicht noch leicht feucht ist, langsam und in flachem Winkel. Ist die Farbe schon ganz trocken, kann sie mit dem Band einreißen; dann vorher mit einem Cuttermesser entlang der Kante schneiden. Für die Kante zwischen zwei Wandfarben gibt es spezielles Kreppband mit scharfer Kante. Nach dem Streichen Rollen und Pinsel sofort mit Wasser auswaschen. Wer am nächsten Tag weiterstreicht, wickelt die Rolle luftdicht in Frischhaltefolie oder eine Tüte, dann trocknet sie nicht aus. Gut lüften, aber Zugluft und direkte Sonne während des Trocknens vermeiden. Farbreste nicht in den Ausguss kippen: angetrocknete Reste kommen in den Restmüll, flüssige Reste zum Wertstoffhof. Mieter aufgepasst Beim Auszug kann der Vermieter je nach Mietvertrag und Zustand der Wohnung verlangen, dass sehr kräftige oder ungewöhnliche Farben wieder neutral überstrichen werden. Wer in einer Mietwohnung farbig streicht, sollte das einplanen.

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