Balkonkraftwerk: was ein Steckersolargerät bringt, die Regeln seit dem Solarpaket und worauf Mieter achten
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Ein Balkonkraftwerk, offiziell Steckersolargerät, ist für viele Haushalte in Deutschland der einfachste Einstieg in den eigenen Solarstrom. Ein oder zwei Module am Balkon, an der Fassade oder im Garten, ein kleiner Wechselrichter, und der Strom fließt direkt in die Wohnung. Die Regeln wurden in den letzten Jahren deutlich vereinfacht. Prüfen Sie dennoch die aktuellen Vorgaben, etwa bei der Bundesnetzagentur und Ihrem Netzbetreiber.
So funktioniert es
Die Module erzeugen Gleichstrom, der Wechselrichter wandelt ihn in Wechselstrom um und speist ihn über eine Steckdose ins Hausnetz ein. Geräte, die gerade laufen, etwa Kühlschrank, Router oder Waschmaschine, nutzen diesen Strom zuerst. Nur wenn mehr erzeugt als verbraucht wird, fließt der Überschuss ins öffentliche Netz, in der Regel ohne Vergütung.
Die wichtigsten Regeln
Seit dem Solarpaket I von 2024 gilt für Steckersolargeräte eine Wechselrichterleistung von bis zu 800 Voltampere; die Modulleistung darf höher sein, insgesamt bis zu 2000 Watt Peak.
Die Anmeldung beim Netzbetreiber ist entfallen. Eingetragen wird das Gerät nur noch im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, das geht online in wenigen Minuten.
Ein alter Stromzähler, der rückwärts läuft, darf übergangsweise weiter genutzt werden, bis der Messstellenbetreiber einen modernen Zähler einbaut.
Zum Stecker: Viele Geräte werden heute mit einem normalen Schukostecker angeschlossen; was die Normen dazu genau verlangen, wurde in den letzten Jahren überarbeitet, informieren Sie sich beim Netzbetreiber oder bei der Verbraucherzentrale über den aktuellen Stand. Lassen Sie im Zweifel eine Elektrofachkraft prüfen, ob Ihre Hausinstallation in Ordnung ist.
Mieter und Eigentümergemeinschaften
Seit Oktober 2024 zählen Steckersolargeräte zu den sogenannten privilegierten baulichen Veränderungen. Vermieter und Eigentümergemeinschaften können sie nicht mehr ohne Weiteres ablehnen, dürfen aber bei der Art der Anbringung mitreden, etwa wegen Optik oder Sicherheit. Sprechen Sie vor dem Kauf mit Vermieter oder Verwaltung und holen Sie die Zustimmung schriftlich ein.
Lohnt es sich
Wie viel ein Gerät bringt, hängt von Ausrichtung, Neigung, Verschattung und vor allem vom eigenen Verbrauch tagsüber ab. Ein nach Süden ausgerichtetes Gerät erzeugt deutlich mehr als eines an einer Nordfassade. Je mehr Strom Sie selbst verbrauchen, während die Sonne scheint, desto mehr sparen Sie. Die Grundlast eines Haushalts, also Geräte im Dauerbetrieb, wird so tagsüber oft gedeckt. Viele Geräte amortisieren sich nach einigen Jahren; Rechner der Verbraucherzentralen helfen bei der Abschätzung.
Sicherheit bei der Montage
Module sind groß und wiegen einiges. Am Balkongeländer müssen sie sturm- und absturzsicher befestigt sein, besonders in oberen Stockwerken. Nutzen Sie geprüfte Halterungen.
Kabel nicht über scharfe Kanten führen und nicht quetschen.
Kaufen Sie Wechselrichter mit den nötigen Zertifikaten für den deutschen Netzanschluss.
Keine Mehrfachsteckdosen zwischen Gerät und Wandsteckdose.
Speicher
Kleine Batteriespeicher für Balkonkraftwerke sind erhältlich. Sie erhöhen den Eigenverbrauch, verlängern aber die Amortisationszeit oft erheblich. Rechnen Sie nach, bevor Sie einen kaufen.
Einige Kommunen und Bundesländer fördern Steckersolargeräte; die Programme ändern sich häufig, ein Blick auf die Website der eigenen Stadt lohnt sich.