Meerschweinchen artgerecht halten: nie allein, genug Platz, Heu und Vitamin C, und woran man erkennt, dass etwas nicht stimmt

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Meerschweinchen gehören zu den beliebtesten Heimtieren in Deutschland. Sie sind gesellig, gesprächig und können bei guter Haltung sechs bis acht Jahre alt werden. Doch viele typische Haltungsfehler machen ihnen das Leben schwer. Hier das Wichtigste. Niemals allein Meerschweinchen sind Herdentiere und brauchen Artgenossen. Ein Kaninchen ist kein Ersatz: Beide Arten sprechen eine andere "Sprache" und haben andere Bedürfnisse. Tierschutzorganisationen empfehlen mindestens zwei, besser drei oder mehr Tiere. Bewährt hat sich eine Gruppe mit einem kastrierten Böckchen und einem oder mehreren Weibchen. Wer keinen Nachwuchs will, muss die Böcke kastrieren lassen. Genug Platz Die meisten handelsüblichen Käfige sind viel zu klein. Für zwei Meerschweinchen sollte die Grundfläche nach Empfehlungen von Tierschutzverbänden bei mindestens etwa zwei Quadratmetern liegen, mehr ist besser. Meerschweinchen bewegen sich vor allem in der Fläche, Etagen ersetzen keine Grundfläche. Gut geeignet sind selbst gebaute Gehege, Eckgehege mit Plexiglas oder ein gesichertes Zimmer. Mehrere Häuschen mit zwei Ausgängen, damit kein Tier in die Enge getrieben wird. Weiche Einstreu, etwa Hanf- oder Holzeinstreu, und Bereiche mit Heu. Außenhaltung ist möglich, braucht aber einen gut isolierten, zugluft- und raubtiersicheren Stall und eine langsame Eingewöhnung im Frühjahr. Heu, Frischfutter und Vitamin C Heu ist das Grundnahrungsmittel und muss immer in großer Menge zur Verfügung stehen. Es hält die Verdauung in Gang und nutzt die ständig wachsenden Zähne ab. Frischfutter mehrmals täglich: Wiese, Kräuter, Blattgemüse, Paprika, Gurke, Fenchel, Möhrengrün. Meerschweinchen können Vitamin C nicht selbst bilden. Paprika, Petersilie, Grünkohl und frische Kräuter liefern viel davon. Obst nur selten, wegen des Zuckers. Trockenfutter mit Getreide, Joghurtdrops und Knabberstangen sind überflüssig und können der Verdauung schaden. Frisches Wasser immer verfügbar. Umgang Meerschweinchen sind Fluchttiere. Hochheben macht ihnen Angst. Greifen Sie nicht von oben, sondern lassen Sie das Tier in ein Häuschen laufen oder heben Sie es mit beiden Händen unter Brust und Hinterteil. Für kleine Kinder sind Meerschweinchen keine Kuscheltiere; besser ist es, gemeinsam zu beobachten und zu füttern. Pflege Krallen regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf kürzen. Langhaarrassen müssen gekämmt werden. Einmal pro Woche wiegen: Gewichtsverlust ist oft das erste Anzeichen für eine Krankheit. Warnzeichen Meerschweinchen verbergen Krankheiten lange. Gehen Sie zu einem Tierarzt mit Erfahrung bei Heimtieren, wenn Sie Folgendes bemerken: Das Tier frisst nicht oder kaum, oder es nimmt ab. Es sitzt aufgeplustert in der Ecke. Durchfall, verklebte Augen oder Nase, Niesen, Atemgeräusche. Speicheln, Probleme beim Fressen, verlängerte Zähne. Haarausfall, Juckreiz oder Schuppen. Ein Meerschweinchen, das einen Tag lang nichts frisst, ist ein Notfall. Vor der Anschaffung Überlegen Sie, ob Sie jahrelang Zeit, Platz und Geld für die Tiere haben, auch für Tierarztbesuche und Urlaubsbetreuung. Viele Meerschweinchen warten in Tierheimen und bei Notstationen auf ein neues Zuhause, oft schon als passende Gruppe.

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