Hanbok verstehen: die Teile der koreanischen Tracht, wie man sie trägt und was beim Ausleihen in Seoul zu beachten ist

TUREFF• •0
Der Hanbok ist die traditionelle Kleidung Koreas. Im Alltag trägt man ihn heute kaum noch, wohl aber zu Hochzeiten, zum ersten Geburtstag eines Kindes (Doljanchi), zu Neujahr (Seollal) und zum Erntedankfest (Chuseok). Und in Seoul sieht man ihn jeden Tag: Besucher aus aller Welt leihen sich einen Hanbok für einen Spaziergang durch die Paläste. Die Teile Jeogori: die kurze Jacke mit langen Ärmeln, die von Frauen und Männern getragen wird. Bei Frauen ist sie sehr kurz und reicht nur knapp unter die Brust. Goreum: die zwei langen Bänder vorne an der Jeogori, die zu einer charakteristischen Schleife gebunden werden. Chima: der weite, hoch angesetzte Wickelrock der Frauen, der direkt unter den Achseln gebunden wird. Dadurch wirkt die Silhouette wie eine Glocke. Baji: die weite Hose der Männer, an den Knöcheln mit Bändern gebunden. Durumagi: der lange Mantel, der über allem getragen wird, besonders im Winter. Dazu kommen Westen, Haarschmuck wie die Binyeo (eine lange Haarnadel) und traditionelle Schuhe. Die Goreum binden Die Schleife ist das, was Anfänger am häufigsten falsch machen. Das kürzere Band liegt unten, das längere wird darüber gelegt, einmal herumgeführt und zu einer Schlaufe gezogen, sodass ein einziger Bogen nach rechts zeigt und das lange Ende herunterhängt. Beim Verleih zeigen die Mitarbeiter das gerne – oder sie binden es gleich selbst. Hanbok in Seoul ausleihen Rund um den Palast Gyeongbokgung und das Dorf Bukchon gibt es Dutzende Verleihstellen. Man wählt ein Kleid aus, bekommt eine Frisur oder Haarschmuck und zieht los, meist für zwei bis vier Stunden oder einen ganzen Tag. Die Preise hängen von der Dauer und der Qualität des Kleides ab; in der Regel kann man im Voraus online reservieren. Wer einen Hanbok trägt, kommt seit Jahren kostenlos in die großen Paläste Seouls (Gyeongbokgung, Changdeokgung, Changgyeonggung, Deoksugung) und in den Jongmyo-Schrein. Die genauen Regeln – etwa welche Kleidung als Hanbok gilt – können sich ändern; die offiziellen Seiten der Paläste geben den aktuellen Stand an. Gyeongbokgung ist dienstags geschlossen, die anderen Paläste montags. Traditionell oder modern? Viele Verleihstellen bieten Kleider mit Spitze, Glitzer und kurzen Röcken an, die mit dem traditionellen Hanbok wenig zu tun haben. Wer es authentisch mag, fragt nach einem klassischen Schnitt mit langer Chima. Daneben gibt es den „Saenghwal-Hanbok“ (Alltags-Hanbok): moderne Kleidung mit Elementen des Hanbok, die man auch zu Hause in Europa tragen kann. Darf ich als Ausländer einen Hanbok tragen? Ja. In Korea freuen sich die meisten Menschen, wenn Besucher die Tracht tragen, und die Stadt fördert das ausdrücklich. Wichtig ist nur respektvolles Verhalten: in den Palästen nicht auf Mauern klettern, Absperrungen beachten und auch in Tracht anderen Besuchern Platz für Fotos lassen. Fotos Das beste Licht in den Palästen gibt es am Morgen kurz nach der Öffnung und am späten Nachmittag. Beliebte Motive sind die Thronhalle Geunjeongjeon, der Pavillon Gyeonghoeru am Teich und die Gassen von Bukchon – dort wohnen allerdings Menschen, deshalb sind Teile des Viertels abends gesperrt und man sollte leise sein.

Comments (0)