Kanu und Kajak fahren für Einsteiger: Boot leihen oder kaufen, Paddeltechnik, Sicherheit und Befahrungsregeln
TUREFF• •0
Deutschland hat unzählige Flüsse, Seen und Kanäle, die sich wunderbar mit dem Kanu oder Kajak erkunden lassen: von der Mecklenburgischen Seenplatte über die Altmühl und die Lahn bis zum Spreewald. Wer ein paar Grundregeln kennt, kann schon nach kurzer Einweisung entspannte Touren unternehmen.
1. Kanadier oder Kajak?
Kanadier (offenes Kanu): man kniet oder sitzt und paddelt mit einem Stechpaddel. Viel Platz für Gepäck, gut für Familien und Wanderfahrten.
Kajak: man sitzt mit ausgestreckten Beinen im Boot und benutzt ein Doppelpaddel. Schneller und wendiger.
Für Wildwasser und das Meer gibt es spezielle Boote und es braucht mehr Erfahrung.
2. Leihen statt kaufen
Bootsverleihe an beliebten Gewässern bieten Kanus und Kajaks tageweise oder für mehrtägige Touren an, oft mit Rücktransport. Dazu gibt es Schwimmwesten und wasserdichte Tonnen für das Gepäck.
Viele Kanuvereine bieten Schnupperkurse und Grundkurse an. Dort lernt man die Technik richtig und kann verschiedene Boote ausprobieren, bevor man sich ein eigenes anschafft.
3. Grundtechnik
Haltung: aufrecht sitzen, die Kraft kommt aus dem Rumpf durch eine Drehbewegung, nicht nur aus den Armen.
Vorwärtsschlag: das Paddel vorne einsetzen, am Boot entlang ziehen und auf Hüfthöhe herausnehmen.
Steuern: im Kanadier steuert die Person hinten mit dem J-Schlag; im Kajak mit Bogenschlägen.
Bremsen und Rückwärtspaddeln üben, bevor man in die Strömung geht.
4. Sicherheit
Schwimmweste: immer tragen, auch auf ruhigen Seen und auch als guter Schwimmer.
Wassertemperatur beachten: Im Frühjahr und Herbst ist das Wasser kalt, ein Kentern kann schnell zu Unterkühlung führen. Entsprechende Kleidung tragen und Wechselkleidung wasserdicht verpacken.
Wehre sind gefährlich. An Wehren und Schleusen stets die ausgeschilderten Umtragestellen nutzen, nie über ein Wehr fahren.
Wetter prüfen: Wind kann auf großen Seen gefährliche Wellen erzeugen, bei Gewitter sofort an Land.
Nicht allein paddeln, jemandem die Route und die geplante Rückkehr mitteilen.
Auf Bundeswasserstraßen mit Berufsschifffahrt rechts fahren, Abstand zu großen Schiffen halten und deren Sog und Wellen beachten. Fähren und Schiffe haben Vorrang.
5. Befahrungsregeln und Naturschutz
Viele Gewässer liegen in Naturschutzgebieten oder Nationalparks. Dort gelten oft Befahrungsregelungen: Bestimmte Abschnitte sind ganz oder zeitweise gesperrt, etwa während der Brutzeit, oder nur bei ausreichendem Wasserstand befahrbar. Manche Gewässer verlangen eine Genehmigung oder Plakette.
Informiere dich vorab bei den Kreisen, Nationalparkverwaltungen oder dem Deutschen Kanu-Verband über die aktuellen Regeln.
Abstand zu Schilfgürteln und Ufervegetation halten, nur an ausgewiesenen Stellen anlanden und rasten.
Müll wieder mitnehmen und nirgendwo wild campen, wo es nicht erlaubt ist.
6. Gepäck und Ausrüstung
Wasserdichte Packsäcke oder Tonnen für Kleidung, Handy und Proviant.
Sonnenschutz, Kopfbedeckung und ausreichend Trinkwasser.
Bei mehrtägigen Touren: Kanu-Rastplätze und Wasserwanderrastplätze vorher auf der Karte suchen.
7. Erste Tour
Für den Anfang eignen sich ruhige Seen und langsam fließende Flüsse ohne Wehre. Plane kurze Etappen von zehn bis fünfzehn Kilometern ein.
In diesem Raum kannst du Touren, Verleihe und Ausrüstungstipps teilen.