Koreanisch lernen in Deutschland: Volkshochschule, King-Sejong-Institut, Uni-Kurse, Apps und Tandem, und wie man die ersten Monate plant
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Koreanisch ist in Deutschland so beliebt wie nie: K-Pop, Serien und Reisen haben viele neugierig gemacht. Die gute Nachricht: Die Schrift ist in wenigen Tagen gelernt, und es gibt inzwischen viele Wege, die Sprache zu lernen, vom Abendkurs bis zur App.
Wo kann man Koreanisch lernen?
Volkshochschulen: In vielen größeren Städten bieten Volkshochschulen Koreanischkurse für Anfänger an, meist einmal pro Woche am Abend und zu günstigen Preisen. Ein guter Einstieg, um mit anderen zusammen zu lernen.
King-Sejong-Institute: Diese von Korea geförderten Sprachinstitute gibt es weltweit, auch an mehreren Standorten in Deutschland. Sie bieten strukturierte Kurse nach einem einheitlichen Lehrplan, oft zu niedrigen Gebühren, sowie Kulturveranstaltungen.
Koreanisches Kulturzentrum: Das Kulturzentrum der koreanischen Botschaft in Berlin organisiert Sprachkurse, Filmabende und Veranstaltungen rund um Korea.
Universitäten: Mehrere Universitäten haben Koreanistik-Studiengänge. Einige bieten Sprachkurse auch für Gasthörer oder über Sprachenzentren an.
Online: Unterricht per Videocall mit Lehrkräften und strukturierte Onlinekurse bieten Flexibilität, wenn es in der Nähe kein Angebot gibt.
Die ersten Wochen: Hangeul
Das koreanische Alphabet Hangeul wurde im 15. Jahrhundert unter König Sejong entwickelt, damit möglichst viele Menschen lesen und schreiben können. Es hat 14 Grundkonsonanten und 10 Grundvokale, die zu Silbenblöcken zusammengesetzt werden: 한 = ㅎ + ㅏ + ㄴ.
Mit täglich 20 bis 30 Minuten kann man die Schrift in ein bis zwei Wochen lesen. Verzichte möglichst früh auf Umschrift in lateinischen Buchstaben: Sie verfälscht die Aussprache.
Was ist für Deutschsprachige schwer?
Die Konsonanten: Koreanisch unterscheidet bei k, t, p, ch und s zwischen normalen, behauchten und gespannten Lauten (z. B. ㄱ, ㅋ, ㄲ). Das Ohr muss sich daran gewöhnen.
Die Satzstellung: Das Verb steht am Ende, ähnlich wie im deutschen Nebensatz. Das ist für Deutschsprachige sogar ein kleiner Vorteil.
Partikeln: Kleine Endungen zeigen, ob ein Wort Subjekt, Objekt oder Ort ist (이/가, 을/를, 에/에서).
Höflichkeitsstufen: Je nach Gesprächspartner ändern sich die Verbendungen. Anfänger lernen zuerst die höfliche Form auf -요, die in fast allen Alltagssituationen passt.
Ein Plan für die ersten drei Monate
Monat 1: Hangeul, Aussprache, Begrüßungen, Zahlen und einfache Sätze mit „이에요/예요“ (sein) und „있어요/없어요“ (haben, es gibt).
Monat 2: Grundlegende Verben in der höflichen Form, Vergangenheit, Partikeln, Alltagswortschatz (Essen, Familie, Zeit).
Monat 3: Fragen stellen, über Pläne sprechen, kurze Dialoge. Erste einfache Texte lesen.
Täglich 15 bis 30 Minuten wirken besser als ein langer Lerntag am Wochenende. Vokabeln mit einer App für verteilte Wiederholung lernen.
Tandem und Austausch
In vielen Städten gibt es koreanische Studierende und Berufstätige, die Deutsch lernen. Sprachtandems über Universitäten, Tandem-Apps oder Stammtische sind eine gute Möglichkeit, das Sprechen zu üben und dabei Freundschaften zu schließen.
Prüfungen
Der international anerkannte Test ist der TOPIK (Test of Proficiency in Korean) mit sechs Niveaus. Er wird auch in Deutschland angeboten; Termine und Anmeldung veröffentlichen die zuständigen Prüfungszentren. Für ein Studium in Korea oder Stipendien wird oft ein bestimmtes TOPIK-Niveau verlangt.
Mit Serien und Musik lernen
Schau Serien mit koreanischen Untertiteln, schreib dir wiederkehrende Ausdrücke heraus und sprich sie nach. Liedtexte sind gut zum Üben des Lesens. Und wer einmal in Korea war, merkt schnell: Schon ein paar Sätze Koreanisch öffnen viele Türen.