Dias, Fotos und Videokassetten digitalisieren: Scanner oder Dienstleister, die richtige Auflösung, Beschriftung und sichere Archivierung
TUREFF• •0
In vielen Familien lagern noch Kartons voller Dias, Fotoalben und Videokassetten auf dem Dachboden. Dias verblassen, Fotos vergilben, und für VHS-Kassetten gibt es kaum noch Abspielgeräte. Wer die Erinnerungen bewahren will, sollte sie digitalisieren, solange das Material noch gut ist.
Fotos
Flachbettscanner: liefern die beste Qualität. Für normale Abzüge reichen 600 dpi, für kleine Fotos oder wenn man vergrößern möchte, 1200 dpi.
Scan-Apps auf dem Smartphone: schnell und praktisch, besonders für eingeklebte Fotos in Alben, die man nicht herauslösen möchte. Gute Apps entzerren und reduzieren Spiegelungen. Die Qualität ist aber meist geringer als mit dem Scanner.
Beim Fotografieren mit dem Handy: gleichmäßiges, indirektes Licht, kein Blitz, Handy parallel zum Foto halten.
Dias und Negative
Dias und Negative enthalten oft mehr Details als die Papierabzüge und lohnen sich deshalb besonders.
Spezielle Dia- und Filmscanner oder Flachbettscanner mit Durchlichteinheit eignen sich für kleinere Mengen. Für eine gute Qualität sind 2400 bis 4000 dpi sinnvoll.
Bei Hunderten oder Tausenden Dias ist ein Digitalisierungsdienst oft die bessere Wahl. Achte auf Preis pro Dia, Auflösung, Staub- und Kratzerkorrektur und eine sichere Versandmethode. Wer ganz sichergehen will, gibt die wertvollsten Dias nur persönlich ab.
Vorher Dias grob sortieren und offensichtlich misslungene aussortieren: Das spart Kosten.
Videokassetten (VHS, Video8, Hi8)
Magnetbänder altern und können Schimmel ansetzen. Wer noch einen funktionierenden Rekorder hat, kann mit einem Video-Grabber selbst digitalisieren.
Für die meisten ist ein Überspielservice die einfachere Lösung, etwa bei Fotofachgeschäften, Elektronikmärkten oder spezialisierten Anbietern.
Verschimmelte Kassetten nicht selbst abspielen: Sie können das Gerät beschädigen. Manche Dienstleister reinigen sie vorher.
Beschriften: das Wichtigste nicht vergessen
Ohne Namen und Daten verlieren Bilder für spätere Generationen viel von ihrem Wert.
Setz dich mit Eltern oder Großeltern zusammen, schaut die Bilder gemeinsam an und notiert: Wer ist darauf zu sehen, wann und wo war das, aus welchem Anlass?
Nutze sprechende Dateinamen, zum Beispiel „1968_Gardasee_Urlaub_Oma_Opa.jpg“, oder trage die Informationen in die Beschreibungsfelder der Fotoverwaltung ein.
Erzählungen aufzunehmen, als Audio oder Video, ist eine schöne Ergänzung zur Familiengeschichte.
Nachbearbeitung
Mit Bildbearbeitungsprogrammen lassen sich Farbstiche korrigieren, Kontraste verbessern und kleine Kratzer entfernen.
KI-Werkzeuge können Fotos schärfen oder Schwarz-Weiß-Bilder kolorieren. Das Ergebnis kann beeindruckend sein, die KI erfindet aber manchmal Details, die es nie gab. Bewahre deshalb immer die unbearbeitete Originaldatei auf.
Sicher archivieren
3-2-1-Regel: drei Kopien, auf zwei verschiedenen Speichermedien (zum Beispiel Computer und externe Festplatte), davon eine an einem anderen Ort (Cloud oder bei Verwandten).
Ordner klar nach Jahren oder Personen strukturieren.
Alle paar Jahre prüfen, ob sich die Dateien noch öffnen lassen, und auf neue Medien umkopieren.
Die Originale behalten
Auch nach dem Digitalisieren lohnt es sich, Originale aufzubewahren: in säurefreien Alben oder Kartons, kühl, trocken und dunkel. Keller und Dachboden sind wegen Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen ungünstig.
Gemeinsam erinnern
Ein Fotobuch zum runden Geburtstag, ein Filmabend mit alten Familienvideos oder ein gemeinsamer Familienordner in der Cloud: Digitalisierte Erinnerungen bringen Generationen zusammen.