Gleitschirmfliegen lernen in Deutschland: Tandemflug, Grundkurs, A-Schein und die wichtigsten Sicherheitsregeln
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Einmal wie ein Vogel über die Landschaft gleiten: Gleitschirmfliegen ist einer der zugänglichsten Wege, das Fliegen selbst zu erleben. In Deutschland gibt es Flugschulen in den Alpen, den Mittelgebirgen und an Windenschleppgeländen im Flachland. Die genauen Regeln und Ausbildungsinhalte legen die Verbände fest; maßgeblich sind die aktuellen Vorgaben, etwa des Deutschen Hängegleiterverbands (DHV).
Erst ein Tandemflug
Wer unsicher ist, ob der Sport etwas für ihn ist, bucht zuerst einen Tandemflug mit einem lizenzierten Tandempiloten. Man sitzt vor dem Piloten, startet gemeinsam vom Hang und erlebt den Flug, ohne selbst steuern zu müssen. Viele Fluggebiete in den Alpen bieten das an.
Die Ausbildung
Die Ausbildung findet in einer anerkannten Flugschule statt und gliedert sich grob in drei Teile:
Grundkurs: Übungen am flachen Übungshang, Aufziehen des Schirms, Laufen, erste kurze Flüge in geringer Höhe.
Höhenflüge: Flüge von höheren Startplätzen mit Funkanleitung durch den Fluglehrer, dazu Landeeinteilung und Flugmanöver.
Theorie: Wetterkunde, Aerodynamik, Luftrecht, Gerätekunde und Verhalten in besonderen Situationen.
Am Ende stehen eine theoretische und eine praktische Prüfung. Mit der bestandenen Prüfung erhält man die Lizenz, die zum selbständigen Fliegen berechtigt, oft als A-Schein bezeichnet. Für die Ausbildung braucht es mehrere Wochen bis einige Monate, je nach Wetter und Zeit.
Voraussetzungen
Ein Mindestalter, das je nach Ausbildungsstufe gilt, und bei Minderjährigen die Zustimmung der Eltern.
Eine normale körperliche Fitness. Man muss beim Start einige Schritte mit dem Schirm laufen und die Ausrüstung tragen können.
Bei gesundheitlichen Einschränkungen vorher mit einem Arzt sprechen.
Die Ausrüstung
Schirm, Gurtzeug, Rettungsschirm, Helm und feste Schuhe mit Knöchelschutz. In der Ausbildung stellt die Flugschule die Ausrüstung meist.
Gleitschirme sind nach ihren Flugeigenschaften in Klassen eingeteilt. Anfänger fliegen Schirme der einfachsten, besonders gutmütigen Klasse.
Nach der Ausbildung kauft man oft gebrauchte Ausrüstung. Wichtig sind ein gültiger Check des Schirms und des Rettungsschirms durch einen Fachbetrieb.
Sicherheit
Das Wetter ist alles. Fliegen Sie nur bei Bedingungen, die Ihrem Können entsprechen. Starker Wind, Böen, Gewitterneigung und starke Thermik sind für Einsteiger gefährlich.
Informieren Sie sich vor Ort über das Fluggelände, die Start- und Landeplätze und die Regeln des Vereins oder Geländehalters.
Machen Sie vor jedem Start einen gründlichen Check von Schirm, Leinen, Gurtzeug und Rettung.
Fliegen Sie nie allein in einem unbekannten Gelände, und sagen Sie jemandem Bescheid.
Bleiben Sie in Übung. Wer lange nicht geflogen ist, sollte mit einfachen Flügen wieder anfangen.
Verein und Versicherung
Für die Ausübung des Sports ist eine Halter-Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. Viele Piloten sind zudem Mitglied in einem Verband und einem örtlichen Verein, der Fluggelände betreut und Erfahrungsaustausch bietet.