Aktien kaufen für Einsteiger: Depot eröffnen, Ordergebühren, Abgeltungsteuer und Sparerpauschbetrag, Einzelaktien oder ETF

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Aktien sind in Deutschland lange eher skeptisch betrachtet worden, doch inzwischen besitzen Millionen Menschen ein Depot. Mit dem Smartphone geht der Einstieg schnell – umso wichtiger ist es, die Grundlagen zu kennen, bevor man das erste Mal auf „Kaufen“ drückt. Was ist eine Aktie? Mit einer Aktie besitzt man einen kleinen Anteil an einem Unternehmen. Man verdient, wenn der Kurs steigt oder das Unternehmen eine Dividende ausschüttet. Der Kurs kann aber auch stark fallen; im schlimmsten Fall, bei einer Pleite, ist das Geld weg. Das Depot Zum Kaufen braucht man ein Wertpapierdepot. Es gibt drei Wege: Filialbanken und Sparkassen: persönliche Beratung, aber meist höhere Depot- und Ordergebühren. Direktbanken (Online-Banken): kostenlose Depots und günstige Orders. Neobroker per App: sehr niedrige oder keine Ordergebühren, oft nur über bestimmte Handelsplätze. Vergleiche die Kosten für Depotführung, Orders und Sparpläne. Wertpapiere im Depot sind übrigens Sondervermögen: Geht die Bank pleite, gehören die Aktien weiterhin dir. Kosten einer Order Neben der Ordergebühr zahlt man indirekt die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs (Spread). Bei kleinen Beträgen fallen feste Gebühren stark ins Gewicht: Wer jeden Monat 50 Euro investiert, sollte auf kostenlose oder sehr günstige Sparpläne achten. Steuern: Abgeltungsteuer und Sparerpauschbetrag Auf Kursgewinne und Dividenden fällt in Deutschland die Abgeltungsteuer von 25 % an, dazu der Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Steuer) und gegebenenfalls Kirchensteuer – insgesamt gut 26 % ohne Kirchensteuer. Der Sparerpauschbetrag beträgt seit 2023 1.000 Euro pro Person und Jahr (2.000 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare). Bis zu dieser Höhe bleiben Kapitalerträge steuerfrei – aber nur, wenn du deiner Bank einen Freistellungsauftrag erteilst. Hast du mehrere Banken, kannst du den Betrag aufteilen. Deutsche Banken führen die Steuer automatisch ab. Bei ausländischen Brokern musst du die Erträge selbst in der Steuererklärung (Anlage KAP) angeben. Steuerregeln ändern sich; aktuelle Angaben findest du beim Bundesfinanzministerium oder bei deiner Bank. Einzelaktien oder ETF? Mit Einzelaktien setzt man auf bestimmte Unternehmen. Das kann sich lohnen, aber auch schiefgehen – selbst große, bekannte Firmen haben schon über Jahre an Wert verloren. Ein ETF bildet einen Index nach, etwa einen weltweiten Aktienindex mit über tausend Unternehmen. Man ist mit einem einzigen Kauf breit gestreut, und die laufenden Kosten sind niedrig. Viele Einsteiger beginnen mit einem ETF-Sparplan und kaufen Einzelaktien nur mit einem kleinen Teil ihres Geldes. Worauf man achten sollte Nur Geld anlegen, das man mehrere Jahre nicht braucht. Vorher einen Notgroschen von etwa drei Monatsausgaben auf dem Tagesgeldkonto bilden. Nicht alles auf eine Karte setzen: Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Ländern mischen. Keine Tipps aus Chatgruppen oder von „Finanzgurus“ in sozialen Medien blind befolgen. Wer garantierte Renditen verspricht, will meistens nur dein Geld. Ob ein Anbieter zugelassen ist, kannst du in der Unternehmensdatenbank der BaFin prüfen. Kurse schwanken. Wer in einem Börsencrash in Panik verkauft, macht Verluste endgültig. Ein langer Anlagehorizont ist der beste Schutz.

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