Surfen in Deutschland: Sylt, St. Peter-Ording, die Ostsee und der Eisbach – wo man lernen kann und wie kalt das Wasser ist
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Deutschland ist kein Surfparadies, aber surfen kann man hier trotzdem – an der Nordsee, an der Ostsee bei passendem Wind und sogar mitten in Städten. Viele lernen die Grundlagen im Urlaub in Frankreich, Portugal oder Spanien und surfen danach zu Hause weiter.
Nordsee
Sylt ist der bekannteste Surfspot Deutschlands, vor allem Westerland und die Strände an der Westküste der Insel. Hier gibt es Surfschulen, Verleih und eine lebendige Szene.
St. Peter-Ording mit seinem riesigen Sandstrand ist ebenfalls beliebt, auch bei Wind- und Kitesurfern.
Die Wellen an der Nordsee sind meist kurz und windgetrieben, weil die Nordsee ein relativ kleines, flaches Meer ist. Gute Tage gibt es vor allem im Herbst, wenn Stürme über die Nordsee ziehen und der Wind danach abflaut.
Ostsee
An der Ostsee gibt es nur Wellen, wenn starker Wind über längere Zeit auflandig weht, dann aber manchmal überraschend gute. Bekannte Ecken liegen etwa in Schleswig-Holstein und auf Rügen und Fehmarn. Die Ostsee ist eher ein Revier für Locals, die die Wetterkarte genau beobachten.
Flusswellen und Wellenbäder
Der Eisbach in München ist die berühmteste Flusswelle der Welt. Er ist aber ausschließlich etwas für sehr erfahrene Surfer: Die Strömung ist stark, das Wasser flach, und es hat dort schwere und tödliche Unfälle gegeben. Die Stadt regelt das Surfen dort; aktuelle Hinweise vor Ort und von der Stadt München beachten. Auf der Floßlände in München und an einigen anderen Flusswellen gibt es ebenfalls Spots, auch sie nicht für Anfänger.
Inzwischen gibt es in Deutschland auch künstliche Wellenanlagen und stehende Wellen in Surfhallen, in denen man mit Kursen und gleichmäßigen Wellen lernen kann. Sie sind unabhängig von Wind und Wetter, kosten aber pro Session deutlich mehr als ein Kurs am Meer.
Wie kalt ist das Wasser?
Die Nordsee erreicht im Hochsommer etwa 16–19 °C, im Winter fällt sie auf 4–6 °C. Im Sommer reicht meist ein 4/3-mm-Neoprenanzug; im Frühjahr und Herbst tragen viele 5/4 mm mit Neoprenschuhen, im Winter dazu Haube und Handschuhe. Surfschulen leihen die Anzüge im Kurs aus.
Der erste Kurs
Ein Wochenend- oder Wochenkurs an Nord- oder Ostsee ist ein guter Einstieg: Man lernt auf einem großen Softboard, wie man paddelt, aufsteht („Take-off“) und im Weißwasser surft. Achte auf eine Schule mit ausgebildeten Lehrern, etwa mit Lizenz des Deutschen Wellenreitverbands oder vergleichbaren Qualifikationen.
Sicherheit
Strömungen an den Buhnen und Prielen der Nordsee und die starken Gezeiten sind die größten Gefahren. Surfe bei Ebbe und Flut nur dort, wo dir Einheimische oder die Surfschule sagen, dass es sicher ist, und nie allein. Achte auf die Flaggen und Hinweise der Rettungsschwimmer an bewachten Stränden: Badezonen sind für Surfer oft gesperrt.
Wenn dich eine Strömung hinauszieht, schwimm nicht dagegen an, sondern parallel zum Strand, bis du frei bist, und lass dich dann von den Wellen zurücktragen. Dein Board ist dein bester Auftrieb: Halte dich daran fest.