Landschildkröten halten in Deutschland: Freigehege, Ernährung, Winterstarre und die Papiere für geschützte Arten
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Griechische und Maurische Landschildkröten gehören zu den beliebtesten Reptilien in deutschen Haushalten. Sie können sehr alt werden, oft mehrere Jahrzehnte, und überleben manchmal ihre Halter. Wer eine Landschildkröte aufnimmt, übernimmt also eine langfristige Verantwortung. Die rechtlichen Vorgaben können sich ändern; Auskunft gibt die untere Naturschutzbehörde Ihres Kreises oder Ihrer Stadt.
Papiere und Meldepflicht
Die in Deutschland verbreiteten mediterranen Landschildkröten sind streng geschützt. Für jedes Tier braucht man in der Regel einen Herkunftsnachweis, zum Beispiel eine EU-Bescheinigung (CITES-Papier), und die Haltung muss bei der zuständigen Naturschutzbehörde gemeldet werden. Kaufen Sie Tiere nur mit vollständigen Dokumenten, am besten bei erfahrenen Nachzüchtern, und bewahren Sie die Papiere sicher auf. Bei Abgabe oder Tod des Tieres muss das ebenfalls gemeldet werden.
Freigehege statt Terrarium
Landschildkröten brauchen viel Platz, Sonne und Bewegung. Am besten leben sie in den warmen Monaten in einem Freigehege im Garten:
Ausbruchsicher eingezäunt und auch gegen Grabversuche gesichert.
Mit sonnigen und schattigen Bereichen, Steinen, Pflanzen, Erdhügeln und Versteckmöglichkeiten.
Ein Frühbeet oder kleines Gewächshaus mit Wärmelampe hilft bei kühlem Wetter im Frühling und Herbst.
Schutz vor Greifvögeln, Mardern, Ratten und Hunden, etwa durch ein Netz.
Wasser in einer flachen Schale zum Trinken und Baden.
Eine Haltung in einem kleinen Glasterrarium in der Wohnung ist nicht artgerecht.
Ernährung
Landschildkröten sind Pflanzenfresser. Die Grundlage sind Wildkräuter und Heu:
Löwenzahn, Breitwegerich, Klee, Gänseblümchen, Wiesenkräuter.
Obst nur sehr selten, denn zu viel Zucker schadet der Verdauung.
Kein Fleisch, kein Hunde- oder Katzenfutter, keine Milchprodukte und kein Brot.
Kalk, etwa Sepiaschalen, für den Panzer und die Knochen.
Ideal ist, wenn die Tiere im Gehege selbst Kräuter abweiden können.
Licht und Wärme
Schildkröten brauchen UV-Licht für einen gesunden Panzer. Draußen liefert es die Sonne. In der Übergangszeit und bei Innenhaltung sind spezielle UV-Lampen und Wärmestrahler nötig.
Die Winterstarre
Mediterrane Landschildkröten halten in der Natur eine Winterstarre. Sie ist für ihre Gesundheit wichtig und gehört auch in der Heimhaltung dazu.
Nur gesunde Tiere dürfen in die Winterstarre. Ein Tierarztcheck im Herbst, etwa mit Kotuntersuchung, ist sinnvoll.
Viele Halter überwintern ihre Tiere in einem separaten Kühlschrank oder einem kühlen, frostfreien Raum bei konstant niedrigen Temperaturen von etwa 4 bis 6 Grad, in einer Box mit feuchtem Substrat.
Kontrollieren Sie regelmäßig Temperatur und Gewicht.
Informieren Sie sich vorher gründlich, etwa bei Fachverbänden, wie lange die Winterstarre für Ihre Art und das Alter des Tieres dauern sollte.
Gesundheit
Warnzeichen sind Appetitlosigkeit außerhalb der Winterstarre, verklebte Augen oder Nase, Atemgeräusche, weiche oder verformte Panzerstellen und Durchfall. Suchen Sie einen reptilienkundigen Tierarzt. Waschen Sie nach dem Kontakt mit den Tieren die Hände, denn Reptilien können Salmonellen übertragen.