Katze adoptieren: Vorbereitung, Katzennetz, Impfungen, Kastration und die ersten Wochen
TUREFF• •0
In deutschen Tierheimen warten viele Katzen auf ein neues Zuhause. Wer eine Katze aufnimmt, übernimmt Verantwortung für oft 15 Jahre und mehr. Mit guter Vorbereitung gewöhnt sich die Katze schneller ein, und es gibt weniger Stress für alle.
Wohnungskatze oder Freigänger?
Überlege vorher, ob die Katze ausschließlich in der Wohnung leben oder nach draußen darf. Wohnungskatzen brauchen besonders viel Beschäftigung, Klettermöglichkeiten und oft einen Artgenossen. Für Freigänger schreiben viele Städte und Gemeinden eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht vor. Erkundige dich, was bei dir gilt.
Tierheime beraten dich, welche Katze zu deinen Lebensumständen passt, und vermitteln Katzen meist schon geimpft, gechippt und kastriert gegen eine Schutzgebühr.
Was du brauchst
Katzentoilette und Streu, Futter- und Wassernäpfe, das bisherige Futter für den Anfang, Kratzbaum, Spielzeug und eine Transportbox.
Einen ruhigen Rückzugsort, etwa eine Höhle oder einen Karton.
Sicherheit in der Wohnung
Sichere Fenster und Balkon mit einem Katzennetz. Gekippte Fenster sind für Katzen besonders gefährlich: Sie können darin eingeklemmt werden und sich schwer verletzen. Spezielle Kippfensterschutzgitter verhindern das.
Kabel, Fäden, Gummibänder, Medikamente und Putzmittel wegräumen.
Vorsicht bei Pflanzen: Lilien sind für Katzen hochgiftig, schon Pollen können zu Nierenversagen führen. Auch einige verbreitete Zimmerpflanzen sind giftig.
Die ersten Tage
Lass die Katze zunächst in einem ruhigen Raum mit Toilette, Wasser, Futter und Versteck ankommen.
Nicht hochheben oder bedrängen. Setz dich in die Nähe, sprich leise und lass die Katze von sich aus kommen.
Öffne die restliche Wohnung nach und nach.
Andere Tiere langsam einführen: zuerst über den Geruch, dann durch eine Gittertür oder eine angelehnte Tür.
Ernährung
Katzen sind reine Fleischfresser und brauchen viel tierisches Eiweiß. Wähle ein Alleinfuttermittel, bis etwa zum ersten Geburtstag für Kitten, danach für erwachsene Katzen.
Futterumstellungen über etwa eine Woche verteilen.
Immer frisches Wasser anbieten. Viele Katzen trinken wenig; Nassfutter oder ein Trinkbrunnen helfen.
Keine Kuhmilch, keine Zwiebeln, Knoblauch, Schokolade, Weintrauben oder gekochte Knochen.
Tierarzt
Stelle die Katze in den ersten Tagen beim Tierarzt vor.
Grundimmunisierung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen; für Freigänger und je nach Lebensumständen empfiehlt die Tierärztin oder der Tierarzt weitere Impfungen, etwa gegen Tollwut oder Leukose.
Regelmäßige Entwurmung und Schutz vor Flöhen und Zecken.
Registriere die Katze mit ihrer Chipnummer bei einem Haustierregister. So kann eine entlaufene Katze schnell zugeordnet werden.
Kastration
Sie verhindert ungewollten Nachwuchs, reduziert Markieren, Rolligkeit und Streunen und senkt das Risiko einiger Erkrankungen. Sie wird meist im Alter von etwa fünf bis sechs Monaten vorgenommen; der genaue Zeitpunkt sollte mit der Tierarztpraxis besprochen werden.
Katzenklo
Ruhig aufstellen, nicht neben den Futterplatz, und täglich reinigen.
Faustregel bei mehreren Katzen: Anzahl der Katzen plus eins.
Warnzeichen
Mehr als einen Tag kein Futter, wiederholtes Erbrechen, Durchfall, Apathie oder Atemnot. Ein Kater, der häufig aufs Klo geht und keinen Urin absetzen kann, ist ein Notfall: sofort in die Tierklinik.
Wie heißt deine Katze? Erzähl ihre Geschichte in den Kommentaren.