Apnoetauchen für Einsteiger: Grundkurs, Atemtechnik, Druckausgleich und warum man nie allein taucht
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Apnoetauchen bedeutet, mit einem einzigen Atemzug abzutauchen: ohne Flasche, ganz leise und nah an der Unterwasserwelt. Viele kennen es vom Schnorcheln, doch wer tiefer und länger tauchen möchte, braucht eine Ausbildung. Denn die größte Gefahr beim Apnoetauchen ist unsichtbar: der Blackout.
1. Warum ein Kurs unverzichtbar ist
Bei langem Atemanhalten kann der Sauerstoffgehalt im Blut so weit sinken, dass man ohne Vorwarnung bewusstlos wird, oft kurz vor oder kurz nach dem Auftauchen. Unter Wasser endet das ohne Hilfe schnell tödlich.
Im Kurs lernt man, wie man sich und andere sichert, wie man einen Blackout erkennt und wie man rettet.
Apnoe-Grundkurse werden von verschiedenen Organisationen angeboten, etwa AIDA, SSI, PADI oder Verbänden im CMAS-System wie dem VDST. Sie bestehen meist aus Theorie, Übungen im Schwimmbad und Tauchgängen im Freiwasser.
2. Die wichtigste Regel: nie allein
Apnoetauchen immer mit einem ausgebildeten Partner, der von der Oberfläche aus jeden Tauchgang beobachtet: „one up, one down“. Der Partner bleibt nach dem Auftauchen noch mindestens 30 Sekunden bei dir, weil Blackouts oft erst an der Oberfläche passieren.
Auch Zeitapnoe im Schwimmbad oder in der Badewanne nie ohne Aufsicht üben.
3. Atmung
Vor dem Tauchgang ruhig und entspannt atmen.
Auf keinen Fall hyperventilieren, also schnell und tief vorher atmen. Das senkt den Kohlendioxidgehalt im Blut, das natürliche Warnsignal für Atemnot bleibt aus, und das Risiko eines Blackouts steigt stark.
Nach dem Auftauchen helfen kurze, kräftige Erholungsatemzüge, das sogenannte Hook Breathing, wie man es im Kurs lernt.
4. Druckausgleich
Schon in wenigen Metern Tiefe drückt das Wasser auf die Ohren. Der Druckausgleich muss früh und regelmäßig erfolgen, am besten bevor es schmerzt.
Im Kurs lernt man Techniken wie Valsalva und die schonendere Frenzel-Technik, die beim Kopfabwärtstauchen besser funktioniert.
Niemals mit Schmerzen weitertauchen, und nicht mit Schnupfen oder verstopfter Nase tauchen.
5. Ausrüstung
Maske mit kleinem Volumen, damit wenig Luft für den Maskenausgleich nötig ist.
Schnorchel, lange Apnoe-Flossen und ein passender Neoprenanzug, in Deutschlands Seen meist dick, da das Wasser in der Tiefe auch im Sommer kalt ist.
Bleigurt richtig austariert: man sollte im flachen Bereich eher leicht auftreiben. Zu viel Blei ist gefährlich.
Eine Boje mit Leine markiert den Tauchplatz und dient als Sicherungspunkt.
6. Wo üben?
Schwimmbäder bieten oft Trainingszeiten für Apnoe-Vereine. Für Tieftauchen gibt es in Deutschland Seen und Tauchbasen, außerdem Tieftauchbecken im In- und Ausland. Informiere dich über Regeln vor Ort; an manchen Gewässern sind Tauchen oder bestimmte Bereiche eingeschränkt.
7. Gesundheit
Vor dem Kurs wird meist eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung empfohlen oder verlangt, besonders bei Herz-, Lungen- oder Ohrproblemen.
Nach dem Gerätetauchen sollte man erst nach einer Pause apnoetauchen; frag deinen Ausbilder nach den empfohlenen Abständen.
In diesem Raum kannst du Kurse, Trainingsmöglichkeiten und Erfahrungen austauschen. Sicherheit geht immer vor Tiefe und Zeit.