Igel im Garten: wie man ihnen im Herbst hilft, wann ein Igel wirklich Hilfe braucht und was man nie tun sollte
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Der Braunbrustigel ist in Deutschland ein vertrauter Gartenbewohner, doch seine Bestände gehen zurück. Fehlende Hecken, Laubhaufen und Insekten, Straßenverkehr und Gartengeräte machen ihm das Leben schwer. Mit wenig Aufwand kann jeder Garten zu einem guten Igelrevier werden. Igel sind Wildtiere und besonders geschützt; man darf sie nur ausnahmsweise und vorübergehend aufnehmen, wenn sie wirklich hilfsbedürftig sind.
Ein igelfreundlicher Garten
Laubhaufen, Reisig- und Totholzecken liegen lassen: Dort finden Igel Unterschlupf, Winterquartier und Insekten.
Hecken mit heimischen Sträuchern pflanzen.
Kleine Durchgänge im Zaun, etwa 13 mal 13 Zentimeter, lassen Igel von Garten zu Garten wandern.
Auf Pestizide und Schneckenkorn verzichten: Sie vernichten die Nahrung der Igel und können sie vergiften.
Eine flache Schale mit frischem Wasser aufstellen, besonders in trockenen Sommern.
Teiche und Pools mit einer Ausstiegshilfe versehen, etwa einem Brett oder Steinen am Rand.
Lichtschächte und Kellerabgänge abdecken.
Gefahr durch Mähroboter
Mähroboter sind für Igel eine große Gefahr, weil Igel vor ihnen nicht fliehen, sondern sich einrollen. Lassen Sie Mähroboter nur tagsüber laufen, niemals in der Dämmerung oder nachts, wenn Igel unterwegs sind. Kontrollieren Sie vor dem Mähen mit Freischneidern und Motorsensen Hecken und Ränder.
Wann braucht ein Igel Hilfe?
Nicht jeder Igel, den man sieht, braucht Hilfe. Im Herbst sind Igel oft auch tagsüber unterwegs, um sich Fettreserven anzufressen. Hilfe braucht ein Igel in der Regel, wenn er:
verletzt ist, zum Beispiel nach einem Unfall oder mit offenen Wunden;
tagsüber apathisch herumliegt, torkelt oder sehr abgemagert wirkt, erkennbar an einer eingefallenen Flanke hinter dem Kopf;
im Spätherbst oder bei Frost und Schnee noch als sehr kleines Jungtier unterwegs ist;
von Fliegeneiern oder Maden befallen ist;
ein verwaistes Jungtier ist, dessen Mutter nicht mehr zurückkommt.
In solchen Fällen sollte man sich so schnell wie möglich an eine Igelstation, einen Tierarzt mit Erfahrung bei Wildtieren oder einen Igelschutzverein wenden. Viele haben Telefonnummern und Ratgeber im Internet.
Was man tun kann, bis Hilfe da ist
Den Igel mit Handschuhen vorsichtig in einen hohen Karton mit Zeitungspapier oder einem Handtuch setzen.
Einen unterkühlten Igel langsam wärmen, etwa mit einer in ein Handtuch gewickelten Wärmflasche mit warmem, nicht heißem Wasser.
Wasser in einer flachen Schale anbieten.
Was man nie tun sollte
Niemals Milch geben: Igel vertragen keinen Milchzucker und bekommen schweren Durchfall.
Kein Obst, keine Essensreste, kein Brot.
Einen gesunden Igel nicht ins Haus holen, nur weil es kalt wird. Gesunde Igel finden ihr Winterquartier selbst.
Igel nicht auf eigene Faust überwintern, ohne sich fachkundig beraten zu lassen.
Zufüttern
Wer im Herbst zufüttern möchte, bietet am besten Katzennassfutter oder spezielles Igelfutter an, dazu Wasser, an einem geschützten Futterplatz, den Katzen nicht erreichen. Das Futter ist eine Ergänzung, kein Ersatz für einen naturnahen Garten.
Ein Garten mit etwas Unordnung ist für Igel ein Paradies. Wer ihnen hilft, wird oft mit nächtlichem Schnaufen und Rascheln im Laub belohnt.