Reiten lernen in Deutschland: den richtigen Reitstall finden, Ausrüstung, die erste Stunde und die Reitabzeichen
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Deutschland ist ein Pferdeland: Es gibt tausende Reitvereine und Reitschulen, und viele Kinder und Erwachsene lernen hier reiten. Wer neu anfängt, sollte sich gut informieren, denn Qualität und Ausstattung der Ställe sind sehr unterschiedlich.
Den richtigen Stall finden
Achten Sie auf ausgebildete Reitlehrerinnen und Reitlehrer, zum Beispiel mit einer Trainerlizenz.
Schauen Sie sich die Pferde an: Sind sie gepflegt, entspannt und in einem guten Zustand? Haben sie Auslauf und Kontakt zu Artgenossen?
Schulpferde für Anfänger sollten ruhig und gut ausgebildet sein.
Fragen Sie nach Probestunden und nach dem Ablauf des Unterrichts. Anfänger beginnen oft an der Longe, also an der Leine des Reitlehrers, oder in kleinen Gruppen in der Reithalle.
Viele Reitvereine sind der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) angeschlossen; es gibt aber auch gute private Reitschulen.
Die Ausrüstung
Reithelm: Pflicht und das wichtigste Ausrüstungsstück. Er muss gut sitzen und der aktuellen Sicherheitsnorm entsprechen. Ein Fahrradhelm ist kein Ersatz.
Reitstiefel oder Stiefeletten mit kleinem Absatz, damit der Fuß nicht durch den Steigbügel rutschen kann. Keine Turnschuhe mit dicker Profilsohle.
Eine Reithose ohne dicke Innennähte, notfalls eine eng anliegende Sporthose.
Handschuhe.
Eine Sicherheitsweste ist besonders für Kinder und beim Springen empfehlenswert.
Viele Ställe verleihen Helme für die ersten Stunden.
Umgang mit dem Pferd
Nähern Sie sich dem Pferd von der Seite und von vorne, damit es Sie sieht, und sprechen Sie ruhig mit ihm.
Stellen Sie sich nie direkt hinter ein Pferd.
Beim Führen geht man in der Regel links neben dem Pferd, auf Höhe der Schulter.
Keine hektischen Bewegungen und kein Lärm im Stall.
Füttern nur nach Absprache.
Die erste Stunde
In den ersten Stunden lernt man das Aufsitzen, den richtigen Sitz und die Grundgangarten. Zuerst Schritt, dann Trab, wobei man das Leichttraben lernt, also das Aufstehen und Hinsetzen im Rhythmus des Pferdes. Der Galopp folgt, wenn Gleichgewicht und Sitz sicher sind.
Ein guter Sitz: aufrecht und locker, Ohr, Schulter, Hüfte und Absatz ungefähr in einer Linie, Absatz tief, Hände ruhig.
Die Reitabzeichen
Die FN bietet ein System von Abzeichen und Prüfungen an, von Einsteigerabzeichen bis zu Reitabzeichen, die Reiten, Theorie und Umgang mit dem Pferd umfassen. Sie sind keine Pflicht, geben aber ein gutes Ziel und sind für manche Turniere Voraussetzung. Informieren Sie sich bei Ihrem Stall über die aktuellen Prüfungen.
Herunterfallen gehört dazu
Fast jeder Reiter fällt irgendwann. Ein guter Reitlehrer zeigt, wie man sicherer fällt. Nach einem Sturz, besonders mit Kopfbeteiligung, erst prüfen lassen, ob alles in Ordnung ist.
Mehr als nur Reiten
Putzen, Satteln und Pflegen gehören dazu. Wer sich Zeit dafür nimmt, lernt sein Pferd kennen und baut Vertrauen auf. Für viele ist genau das der schönste Teil des Hobbys.