Lederhandwerk für Einsteiger: Grundausstattung, Leder auswählen, der Sattlerstich und das erste Kartenetui

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Eine Geldbörse, ein Gürtel oder ein Schlüsselanhänger aus eigener Hand: Lederarbeiten halten jahrzehntelang und werden mit der Zeit immer schöner. Der Einstieg ist einfacher, als viele denken, und braucht nicht viel Platz. Die Grundausstattung Ein scharfes Messer, etwa ein Cuttermesser mit Abbrechklingen oder ein Ledermesser. Ein Stahllineal und eine Schneidematte. Pricking-Eisen, auch Stichmarkierer genannt, mit einem Stichabstand von etwa 3 bis 4 Millimetern, in Ausführungen mit zwei und vier Zinken. Ein Kunststoff- oder Gummihammer. Stumpfe Ledernadeln und gewachstes Garn. Ein Kantenlinierer oder Zirkel, um die Nahtlinie anzuzeichnen. Schleifpapier, ein Kantenhobel und ein Mittel zum Polieren der Kanten. Starter-Sets erleichtern den Anfang und sparen Geld. Das richtige Leder Pflanzlich gegerbtes Leder: fest, lässt sich gut schneiden und an den Kanten polieren, dunkelt mit der Zeit schön nach. Ideal für Einsteiger. Chromgegerbtes Leder: weich und in vielen Farben erhältlich, wird oft für Taschen und Bekleidung verwendet, die Kanten sind aber schwerer zu bearbeiten. Stärke: Für kleine Teile wie Etuis und Geldbörsen eignen sich etwa 1,2 bis 1,5 Millimeter. Zum Üben sind Lederreste vom Fachhandel deutlich günstiger als ganze Häute. Der Sattlerstich Er ist die klassische Handnaht im Lederhandwerk und stabiler als eine Maschinennaht: In jedem Loch laufen zwei Fäden. Reißt ein Stich, löst sich die Naht trotzdem nicht auf. 1. Die Nahtlinie etwa 3 bis 4 Millimeter vom Rand anzeichnen. 2. Mit dem Pricking-Eisen die Löcher entlang der Linie stechen. 3. An beide Enden eines Fadens, etwa viermal so lang wie die Naht, je eine Nadel fädeln. 4. Den Faden durch das erste Loch ziehen, bis beide Enden gleich lang sind. 5. In jedem weiteren Loch zuerst die eine Nadel, dann die andere von der Gegenseite durch dasselbe Loch führen, immer in derselben Reihenfolge. 6. Die Stiche gleichmäßig, aber nicht zu fest anziehen. 7. Am Ende zwei, drei Stiche zurücknähen und den Faden abschneiden. Das erste Kartenetui Zwei gleich große Rechtecke zuschneiden: das Rückteil und die Tasche. Die obere Kante der Tasche vor dem Nähen bearbeiten und polieren. Die Teile am Rand verkleben, Löcher stechen und drei Seiten nähen. Die Kanten schleifen und mit Wasser, Wachs oder einem Kantenmittel glatt polieren. Tipps Immer zuerst an Resten üben. Zweimal messen, einmal schneiden. Stumpfe Klingen sind gefährlicher als scharfe, weil sie abrutschen. Klingen rechtzeitig wechseln und immer vom Körper weg schneiden. Kleber und Lederfarben nur bei guter Belüftung verwenden. In vielen Städten bieten Werkstätten, Volkshochschulen und Lederhändler Kurse an. Dort lernt man Handgriffe, die in keinem Video so gut zu sehen sind.

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