Tulpenzwiebeln pflanzen: wann im Herbst, wie tief, im Beet oder im Topf, und was nach der Blüte zu tun ist
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„Tulpenzwiebeln pflanzen“ ist eine typische Herbstsuche, denn wer im April und Mai Tulpen sehen will, muss im Herbst vorsorgen. Tulpen brauchen eine Kältephase im Boden, um zu blühen. Mit ein paar Regeln zu Zeitpunkt, Tiefe und Standort klappt das im Garten wie auf dem Balkon.
Wann pflanzen
1. Die beste Zeit ist von Ende September bis November, in milden Lagen auch noch im Dezember, solange der Boden nicht gefroren ist.
2. Eine Faustregel: wenn die Bodentemperatur unter etwa 10 °C gefallen ist. Zu früh gepflanzt treiben Tulpen manchmal noch im Herbst aus, und die warme Erde fördert Pilzkrankheiten.
3. Im Oktober und November ist man in fast ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz richtig.
Zwiebeln auswählen
1. Große, feste Zwiebeln ohne weiche oder schimmelige Stellen kaufen.
2. Je größer die Zwiebel, desto kräftiger die Blüte.
3. Gekaufte Zwiebeln möglichst bald pflanzen und bis dahin kühl, trocken und luftig lagern, nicht in der Plastiktüte.
Standort und Boden
1. Sonnig bis halbschattig. Je sonniger, desto besser kehren die Tulpen im nächsten Jahr wieder.
2. Durchlässiger Boden. Tulpenzwiebeln faulen in nasser, schwerer Erde. Lehmboden mit Sand oder feinem Kies lockern, oder etwas Sand ins Pflanzloch geben.
3. Kein frischer Mist.
Wie tief und mit welchem Abstand
1. Faustregel: zwei- bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist. Bei normalen Tulpen sind das etwa 10 bis 15 cm, gemessen von der Zwiebelbasis.
2. Tiefer gepflanzte Tulpen stehen standfester und halten mehrere Jahre besser durch.
3. Abstand etwa 10 bis 15 cm. In Gruppen von zehn oder mehr wirken sie viel schöner als einzeln in einer Reihe.
4. Die Spitze zeigt nach oben, die flache Seite mit den Wurzelansätzen nach unten. Wenn man es nicht erkennt: seitlich legen, die Tulpe findet ihren Weg.
5. Erde andrücken und angießen, wenn es trocken ist.
Gegen Wühlmäuse
Wühlmäuse fressen Tulpenzwiebeln gern. Abhilfe schafft ein Pflanzkorb aus Drahtgeflecht, in den die Zwiebeln gesetzt werden. Narzissen dagegen werden nicht gefressen und lassen sich gut dazwischen pflanzen.
Tulpen im Topf und Balkonkasten
1. Gefäß mit Abzugsloch und einer Drainageschicht aus Blähton oder Kies, darauf durchlässige Kübelpflanzenerde.
2. Hier darf man enger pflanzen, fast Zwiebel an Zwiebel.
3. Lasagne-Methode: In Schichten pflanzen, unten Tulpen, darüber Narzissen, oben Krokusse oder Traubenhyazinthen. So blüht der Topf von März bis Mai.
4. Die Töpfe draußen lassen, damit die Zwiebeln den nötigen Frost bekommen, aber vor Staunässe schützen und bei strengem Dauerfrost an die Hauswand rücken oder mit Vlies oder Jute umwickeln.
5. Nur gießen, wenn die Erde wirklich trocken ist.
Nach der Blüte
1. Verblühte Blüten abschneiden, damit die Pflanze keine Kraft in Samen steckt.
2. Die Blätter stehen lassen, bis sie gelb und welk sind. Über die Blätter sammelt die Zwiebel die Kraft für die Blüte im nächsten Jahr.
3. Viele moderne Sorten blühen nach dem ersten Jahr schwächer. Botanische Tulpen (Wildtulpen) und Darwin-Hybriden kehren zuverlässiger wieder und verwildern teils sogar.
4. Wer möchte, gräbt die Zwiebeln nach dem Einziehen im Sommer aus, lagert sie trocken und pflanzt sie im Herbst neu.
Achtung: Tulpenzwiebeln sind giftig für Menschen und Haustiere und werden manchmal mit Küchenzwiebeln verwechselt. Getrennt lagern und Kinder nicht damit spielen lassen.
Foto: Bernard Spragg, CC0 — Quelle: https://www.flickr.com/photos/88123769@N02/14985021999