Das erste Aquarium richtig einfahren: Beckengröße, Filter und Heizung, die Einlaufphase ohne Fische, Fische für Einsteiger und warum man Fische nie aussetzt

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Ein Aquarium bringt Natur ins Wohnzimmer und ist ein wunderbar entspannendes Hobby. Leider endet der Start für viele Einsteiger damit, dass in den ersten Wochen Fische sterben. Die Ursache ist fast immer dieselbe: Die Fische kamen zu früh ins Becken. Wer am Anfang Geduld hat, hat später viel weniger Arbeit. Die richtige Beckengröße Klingt paradox, ist aber so: Größere Aquarien sind einfacher. In mehr Wasser verändern sich Temperatur und Wasserwerte langsamer. Für den Anfang ist ein Becken mit etwa 54 bis 112 Litern eine gute Wahl, zum Beispiel ein 60- oder 80-Zentimeter-Becken. Sogenannte Nano-Aquarien mit nur wenigen Litern sind trotz ihres niedlichen Aussehens eher etwas für Erfahrene. Ein Liter Wasser wiegt etwa ein Kilogramm. Dazu kommen Glas, Bodengrund und Steine. Verwenden Sie einen stabilen Unterschrank. Stellen Sie das Becken nicht in die direkte Sonne und nicht direkt neben die Heizung. Die Technik Filter: das Herzstück. Er sorgt nicht nur für klares Wasser, sondern beherbergt die Bakterien, die Schadstoffe abbauen. Wählen Sie einen Filter, der zur Beckengröße passt. Heizer: Die meisten tropischen Zierfische brauchen etwa 24 bis 26 Grad. Beleuchtung: für Pflanzen und Fische, mit Zeitschaltuhr, etwa acht bis zehn Stunden am Tag. Wasseraufbereiter für das Leitungswasser. Tests für Nitrit, Nitrat, pH-Wert und Härte. Wassertests aus dem Fachhandel sind eine gute Investition. Informieren Sie sich bei Ihrem Wasserversorger über die Härte Ihres Leitungswassers. Sie entscheidet mit, welche Fische zu Ihnen passen. Die Einlaufphase Fische scheiden Ammoniak und Ammonium aus. Bakterien im Filter und im Bodengrund wandeln es zuerst in giftiges Nitrit und dann in das deutlich weniger schädliche Nitrat um. In einem neuen Becken fehlen diese Bakterien noch. Bis sie sich angesiedelt haben, vergehen meist mehrere Wochen. Richten Sie das Becken mit Bodengrund, Pflanzen und Technik ein, lassen Sie den Filter laufen und warten Sie. Bakterienstarter aus dem Fachhandel und reichlich schnell wachsende Pflanzen helfen. Messen Sie regelmäßig Nitrit. Typisch ist ein Anstieg, der „Nitrit-Peak", der danach wieder abfällt. Erst wenn kein Nitrit mehr nachweisbar ist, kommen die ersten Fische ins Becken, und zwar nur wenige auf einmal. Fische für Einsteiger Wählen Sie robuste, friedliche Arten, die nicht zu groß werden und zu Ihrem Wasser passen: Panzerwelse, zum Beispiel Corydoras, in Gruppen auf weichem Sand. Platys und andere lebendgebärende Zahnkarpfen: farbenfroh und robust. Sie vermehren sich allerdings fleißig. Salmler wie Neonsalmler in Gruppen von mindestens acht bis zehn Tieren. Garnelen und Schnecken als Helfer gegen Algen und Futterreste. Fragen Sie im Fachhandel nach der Endgröße und dem Verhalten jeder Art. Der Kampffisch ist schön, gehört aber nicht in ein Mini-Glas ohne Filter und Heizung. Füttern und Pflege Wenig füttern: ein- bis zweimal täglich nur so viel, wie in wenigen Minuten gefressen wird. Futterreste verderben das Wasser. Wöchentlich etwa ein Viertel bis ein Drittel des Wassers wechseln, mit aufbereitetem, temperiertem Leitungswasser. Den Filter nur im entnommenen Aquarienwasser ausspülen, nie unter heißem Leitungswasser, sonst sterben die nützlichen Bakterien. Nie das gesamte Wasser auf einmal wechseln und nicht alles gleichzeitig reinigen. Niemals aussetzen Zierfische, Schnecken, Krebse und Aquarienpflanzen dürfen nicht in Teiche, Seen oder Flüsse ausgesetzt werden. Das ist in Deutschland verboten und kann heimische Arten verdrängen und Krankheiten übertragen. Einige Arten, etwa bestimmte Krebse, stehen sogar auf der EU-Liste invasiver Arten. Auch das Herunterspülen in der Toilette ist tabu. Wenn Sie Tiere abgeben müssen, fragen Sie im Fachhandel, in einem Aquarienverein oder in Online-Gruppen von Aquarianern.

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