Sicher auf der Autobahn: Richtgeschwindigkeit und Tempolimits, Rechtsfahrgebot, Rettungsgasse, Abstand, Panne und Unfall, Pausen auf langen Strecken und Vignetten im Ausland
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Die deutsche Autobahn ist berühmt dafür, dass es auf vielen Abschnitten kein allgemeines Tempolimit gibt. Doch wer sicher ankommen will, braucht mehr als einen schnellen Fuß: klare Regeln, vorausschauendes Fahren und das richtige Verhalten im Notfall. Dieser Leitfaden fasst das Wichtigste zusammen, für Fahranfänger und für alle, die ihr Wissen auffrischen wollen.
Geschwindigkeit
Auf Abschnitten ohne Beschilderung gilt für Pkw eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Wer schneller fährt, handelt nicht verboten, kann aber bei einem Unfall eine Mitschuld bekommen.
Auf vielen Abschnitten gelten feste oder per Anzeige wechselnde Tempolimits, etwa an Baustellen, in Ballungsräumen, bei Nässe oder Lärmschutz.
Für Lkw, Busse und Gespanne gelten eigene, niedrigere Höchstgeschwindigkeiten.
Fahren Sie immer so, dass Sie innerhalb der überschaubaren Strecke anhalten können, besonders bei Regen, Nebel oder Dunkelheit.
Rechtsfahrgebot und Überholen
Grundsätzlich wird rechts gefahren. Die linken Spuren dienen zum Überholen.
Rechts überholen ist verboten. Ausnahme ist dichter Verkehr, wenn sich auf allen Spuren Schlangen gebildet haben: Dann darf man rechts mit leicht höherer Geschwindigkeit vorbeifahren.
Vor dem Überholen in den Rückspiegel und den Schulterblick, rechtzeitig blinken, zügig überholen und wieder einscheren.
Beim Auffahren auf die Autobahn den Beschleunigungsstreifen nutzen, um auf die Geschwindigkeit des Verkehrs zu kommen.
Abstand
Eine einfache Regel: Abstand mindestens „halber Tacho“ in Metern, also bei 100 km/h rund 50 Meter.
Die Leitpfosten am Rand stehen in der Regel 50 Meter auseinander und helfen beim Einschätzen.
Dichtes Auffahren ist gefährlich und wird mit hohen Bußgeldern geahndet.
Rettungsgasse
Sobald der Verkehr stockt, und nicht erst, wenn Einsatzfahrzeuge kommen, muss eine Rettungsgasse gebildet werden.
Die Gasse liegt immer zwischen der äußersten linken Spur und der Spur rechts daneben: Wer ganz links fährt, weicht nach links aus, alle anderen nach rechts.
Wer keine Rettungsgasse bildet oder sie selbst befährt, riskiert ein hohes Bußgeld, Punkte und ein Fahrverbot.
Panne und Unfall
Warnblinker einschalten und, wenn möglich, auf den Seitenstreifen oder einen Nothaltebereich rollen.
Vor dem Aussteigen die Warnweste anziehen. Mindestens eine Warnweste ist im Auto Pflicht; besser ist eine für jede Person.
Alle Insassen steigen auf der dem Verkehr abgewandten Seite aus und gehen hinter die Schutzplanke.
Das Warndreieck in ausreichendem Abstand aufstellen, auf der Autobahn mindestens 200 Meter hinter dem Fahrzeug, dabei am Fahrbahnrand gehen.
Hilfe rufen: Notruf 112 bei Verletzten, bei einer Panne den Pannendienst. Notrufsäulen zeigen den genauen Standort.
Nie auf der Fahrbahn wenden oder rückwärtsfahren, auch nicht, wenn man die Ausfahrt verpasst hat.
Lange Strecken
Etwa alle zwei Stunden eine Pause machen, auf einem Parkplatz oder Rastplatz.
Müdigkeit ist eine der häufigsten Unfallursachen. Gähnen, schwere Augenlider oder vergessene Kilometer sind Warnzeichen: anhalten, ein kurzer Schlaf von 15 bis 20 Minuten hilft.
Vor der Fahrt Reifendruck, Licht und Scheibenwischer prüfen. Bei winterlichen Straßenverhältnissen sind Winterreifen Pflicht.
Autobahn im Ausland
In Deutschland zahlen Pkw keine Autobahnmaut.
Viele Nachbarländer verlangen dagegen eine Vignette oder Maut, etwa Österreich, die Schweiz oder Tschechien, oft auch digital. Informieren Sie sich vor der Reise und kaufen Sie die Vignette nur bei offiziellen Stellen.
Dort gelten zudem feste Tempolimits, die streng kontrolliert werden.