Schufa-Auskunft bekommen: kostenlose Datenkopie, was drinsteht, Score und Fehler korrigieren
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Vor der Wohnungssuche, einem Kredit oder einem Handyvertrag fragen viele: „Wie bekomme ich eine Schufa-Auskunft?“ Vermieter verlangen oft einen Nachweis, und wer einmal abgelehnt wurde, möchte wissen, was über ihn gespeichert ist. Die gute Nachricht: Die vollständige Auskunft gibt es kostenlos.
Die kostenlose Datenkopie
Nach der Datenschutz-Grundverordnung (Artikel 15) hat jede Person das Recht auf eine kostenlose Auskunft über die eigenen gespeicherten Daten, so oft man möchte in vernünftigem Rahmen.
1. Auf der Website der Schufa (meineschufa.de) die „Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO“ wählen. Sie liegt oft etwas versteckt neben den kostenpflichtigen Angeboten.
2. Formular online ausfüllen oder als PDF ausdrucken, mit Name, Geburtsdatum und aktueller sowie früheren Anschriften der letzten Jahre.
3. Eine Kopie des Personalausweises kann verlangt werden, um die Identität zu prüfen.
4. Die Auskunft kommt per Post, meist innerhalb weniger Wochen.
Zusätzlich bietet die Schufa über ihre App bzw. ihr Kundenportal einen kostenlosen Basiszugang mit Score und Einträgen an.
Für den Vermieter: die Bonitätsauskunft
Die kostenlose Datenkopie ist vollständig und enthält auch Informationen, die einen Vermieter nichts angehen. Für die Wohnungsbewerbung bietet die Schufa eine kostenpflichtige BonitätsAuskunft an, die nur das Nötige zeigt. Ob ein Vermieter die kostenlose Kopie akzeptiert, entscheidet er selbst; man kann dort auch Teile schwärzen. Viele Vermieter akzeptieren auch Auskünfte anderer Auskunfteien oder digitale Bonitätsnachweise.
Was steht drin?
1. Persönliche Daten und frühere Adressen.
2. Girokonten, Kreditkarten, Kredite, Leasing- und Handyverträge.
3. Zahlungsstörungen: unbestrittene Forderungen nach Mahnungen, Inkasso, Insolvenzen.
4. Anfragen von Unternehmen der letzten zwölf Monate. „Anfragen Kreditkonditionen“ wirken sich nicht auf den Score aus.
5. Der Score: eine Prognose, wie wahrscheinlich man Rechnungen pünktlich bezahlt.
Nicht gespeichert werden Einkommen, Vermögen, Beruf oder Familienstand.
Den Score verstehen
Ein guter Score ist normal: Die meisten Menschen in Deutschland haben keine Negativeinträge. Ein niedriger Score entsteht vor allem durch Zahlungsausfälle, aber auch durch sehr wenige Daten. Häufige Umzüge, viele neue Konten in kurzer Zeit oder vergessene Kreditkarten können eine Rolle spielen.
Fehler korrigieren
Falsche oder veraltete Einträge können Sie bei der Schufa schriftlich oder online beanstanden. Die Schufa prüft den Eintrag mit dem meldenden Unternehmen. Erledigte Forderungen werden nach den geltenden Fristen gelöscht; sehr schnell beglichene Forderungen können unter Umständen früher gelöscht werden. Hilft das nicht, können Sie sich an die Datenschutzaufsicht oder eine Verbraucherzentrale wenden.
Wie man den Score verbessert
1. Rechnungen pünktlich bezahlen und auf Mahnungen sofort reagieren.
2. Nicht benötigte Girokonten und Kreditkarten kündigen.
3. Nicht viele Kredite gleichzeitig anfragen; Konditionsanfragen statt Kreditanfragen stellen lassen.
4. Umzüge den Banken mitteilen.
Vorsicht vor Abzocke
Websites, die eine „Schufa-freie“ Bescheinigung, eine schnelle Score-Verbesserung oder Löschung gegen Gebühr versprechen, sind unseriös. Die einzige offizielle Stelle ist die Schufa selbst. Andere Auskunfteien wie Creditreform Boniversum oder CRIF speichern ebenfalls Daten; auch dort gibt es eine kostenlose Datenkopie.
Aktuelle Informationen gibt es bei der Schufa und den Verbraucherzentralen.