Sauna-Knigge in Deutschland: nackt und mit Handtuch, der Aufguss, wie oft und wie lange, Abkühlen, Ruhen, Trinken und wann man lieber verzichtet

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Deutschland ist ein Saunaland: Millionen Menschen gehen regelmäßig in die Sauna, ob im Schwimmbad, in der Saunalandschaft einer Therme oder im Fitnessstudio. Wer aus einem anderen Land kommt oder zum ersten Mal geht, ist oft unsicher: Muss man wirklich nackt sein? Was passiert beim Aufguss? Hier sind die wichtigsten Regeln, damit der erste Besuch entspannt wird. Nackt, aber mit Handtuch In den meisten deutschen Saunen sitzt man nackt. Badekleidung ist in der Sauna selbst meistens nicht erwünscht, auch aus hygienischen Gründen, weil darin Chlor und Schweiß festgehalten werden. Das Handtuch ist Pflicht: Man legt es so unter sich, dass kein Körperteil, auch nicht die Füße, das Holz berührt. Auf dem Weg durch die Anlage trägt man meist einen Bademantel oder ein Handtuch. Viele Saunen sind gemischt. Manche bieten Frauensaunen oder Damentage an. Wenn Ihnen das wichtig ist, fragen Sie vorher nach. Starren ist tabu. Nacktheit ist hier nichts Besonderes, und niemand schaut genau hin. Vor dem ersten Gang Duschen Sie gründlich und trocknen Sie sich ab. Trockene Haut schwitzt schneller. Ein warmes Fußbad vor dem Saunagang hilft, wenn die Füße kalt sind. Essen Sie nicht direkt vorher viel, kommen Sie aber auch nicht hungrig. Schmuck, Uhren und Brille bleiben draußen: Metall wird sehr heiß. Der Saunagang Ein Gang dauert meist 8 bis 15 Minuten. Hören Sie auf Ihren Körper und gehen Sie früher hinaus, wenn Ihnen unwohl ist. Auf den oberen Bänken ist es am heißesten. Beginnen Sie unten oder in der Mitte. Setzen Sie sich in den letzten ein, zwei Minuten aufrecht hin, damit der Kreislauf sich auf das Aufstehen vorbereitet. Unterhalten Sie sich leise oder gar nicht. Viele Saunen sind Ruhezonen. Der Aufguss Beim Aufguss gießt ein Saunameister Wasser, oft mit ätherischen Ölen, auf die heißen Steine und verteilt die heiße Luft mit einem Handtuch. Aufgüsse finden zu festen Zeiten statt, die auf einer Tafel stehen. Kommen Sie pünktlich: Während des Aufgusses wird die Tür nicht geöffnet. Wenn es Ihnen zu heiß wird, dürfen Sie den Raum trotzdem verlassen. Sagen Sie kurz Bescheid oder warten Sie auf eine Pause. Gießen Sie in öffentlichen Saunen nicht selbst auf, wenn es nicht ausdrücklich erlaubt ist. Abkühlen und Ruhen Nach dem Saunagang gehen Sie zuerst an die frische Luft, um die Atemwege abzukühlen. Dann folgt das Abkühlen mit kaltem Wasser: mit dem Schlauch oder der Schwalldusche, von den Füßen langsam Richtung Herz, oder im Tauchbecken. Danach ein warmes Fußbad und eine Ruhepause von 15 bis 30 Minuten im Ruheraum. Meistens macht man zwei bis drei Saunagänge. Trinken Trinken Sie nach den Saunagängen ausreichend Wasser, Saftschorle oder Tee. Alkohol und Sauna vertragen sich nicht: Er belastet den Kreislauf zusätzlich. Wann man verzichten sollte Bei Fieber, Erkältung mit Fieber oder akuten Entzündungen. Bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, unbehandeltem Bluthochdruck oder nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall nur nach Rücksprache mit dem Arzt. In der Schwangerschaft: Gesunde Frauen, die an die Sauna gewöhnt sind, dürfen oft weiter saunieren, aber bitte vorher ärztlich abklären. Wenn Ihnen schwindelig wird, Sie Herzrasen bekommen oder sich unwohl fühlen, verlassen Sie die Sauna sofort und legen Sie sich hin. Weitere Hinweise Kinder dürfen in vielen Saunen in Begleitung der Eltern, oft an bestimmten Tagen. Saunieren Sie mit Kindern kürzer und auf den unteren Bänken. In manchen Anlagen ist Fotografieren und das Mitnehmen von Handys in den Saunabereich verboten. Halten Sie sich daran: Es schützt die Privatsphäre aller Gäste. Die Hausordnung jeder Sauna hat Vorrang. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie das Personal. Es ist an Erstbesucher gewöhnt.

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