Verstopfung: was tun? Ballaststoffe, Trinken, Bewegung, Abführmittel und wann zum Arzt
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Verstopfung gehört zu den häufigsten Beschwerden, die in Deutschland gegoogelt werden. Gemeint ist meist ein seltener, harter oder mühsamer Stuhlgang. Wie oft „normal“ ist, ist sehr unterschiedlich: von dreimal am Tag bis dreimal pro Woche.
Häufige Ursachen
Zu wenig Ballaststoffe und zu wenig Flüssigkeit.
Wenig Bewegung, langes Sitzen, Bettlägerigkeit.
Den Stuhldrang unterdrücken, etwa auf Reisen oder bei der Arbeit.
Veränderungen im Alltag: Reisen, Zeitverschiebung, Stress.
Schwangerschaft.
Medikamente, zum Beispiel starke Schmerzmittel (Opioide), Eisenpräparate, manche Antidepressiva und Mittel gegen Bluthochdruck.
Was hilft
Ballaststoffe nach und nach erhöhen: Vollkornbrot, Haferflocken, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Nüsse. Die DGE empfiehlt mindestens 30 Gramm am Tag. Langsam steigern, sonst gibt es Blähungen.
Genug trinken, etwa 1,5 Liter am Tag, sofern ärztlich nichts dagegen spricht.
Bewegung: Spazierengehen, Radfahren, Treppen statt Aufzug.
Feste Toilettenzeiten, zum Beispiel nach dem Frühstück, und Zeit lassen. Dem Drang sofort nachgeben.
Eine kleine Fußbank vor der Toilette bringt die Beine in eine Hockposition und erleichtert die Entleerung.
Hausmittel
Eingeweichte Trockenpflaumen oder Feigen, Leinsamen oder Flohsamenschalen mit viel Wasser, ein Glas Wasser oder Kaffee auf nüchternen Magen. Flohsamen und Leinsamen immer mit ausreichend Flüssigkeit, sonst können sie die Verstopfung verschlimmern.
Abführmittel
Rezeptfrei gibt es Quell- und Ballaststoffe, osmotische Mittel wie Macrogol oder Lactulose und stimulierende Mittel wie Bisacodyl oder Natriumpicosulfat.
Macrogol gilt als gut verträglich und eignet sich auch für längere Zeit, wenn ärztlich abgesprochen.
Kurzfristig sind sie unbedenklich. Wer sie über Wochen braucht, sollte das mit der Hausärztin oder dem Hausarzt besprechen.
Für Kinder, Schwangere und Stillende nur nach Rücksprache in Arztpraxis oder Apotheke.
Wann zum Arzt
Wenn sich die Verdauung ohne erkennbaren Grund deutlich verändert hat, besonders ab etwa 50 Jahren.
Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl.
Ungewollter Gewichtsverlust, Fieber, starke Bauchschmerzen.
Kein Stuhlgang und keine Winde mehr, aufgeblähter Bauch und Erbrechen: Das kann ein Darmverschluss sein, ein Notfall.
Wenn die Beschwerden trotz Ernährungsumstellung länger als drei Wochen anhalten.
Ab 50 Jahren haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf die Darmkrebsvorsorge; die Krankenkasse informiert darüber.