Spätzle selbst machen: der richtige Teig mit Eiern, vom Brett schaben, drücken oder hobeln, Kässpätzle mit Bergkäse und Röstzwiebeln, Linsen mit Spätzle und Spätzle aufbewahren
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Spätzle sind das Herz der schwäbischen Küche und auch in Bayern, Baden und darüber hinaus beliebt. Als Beilage zu Braten mit Soße, als Kässpätzle mit Bergkäse oder mit Linsen und Saitenwürstle: Frisch gemacht schmecken sie unvergleichlich besser als getrocknete aus der Packung. „Schwäbische Spätzle“ sind in der EU als geschützte geografische Angabe eingetragen.
Der Teig
Für 4 Personen:
500 g Mehl, am besten Weizenmehl Type 405 oder spezielles Spätzlemehl;
5 Eier;
etwa 100 bis 150 ml Wasser oder Mineralwasser;
1 Teelöffel Salz.
1. Mehl, Eier und Salz in eine Schüssel geben und mit einem Kochlöffel verrühren.
2. Nach und nach Wasser zugeben und den Teig kräftig schlagen, bis er Blasen wirft und zäh vom Löffel reißt. Das dauert einige Minuten und ist das Geheimnis guter Spätzle.
3. Der Teig soll zähflüssig sein: nicht so fest wie Nudelteig, nicht so flüssig wie Pfannkuchenteig.
4. Den Teig etwa 10 Minuten ruhen lassen.
Schaben, drücken oder hobeln
In einem großen Topf reichlich Wasser mit Salz zum Kochen bringen.
Vom Brett geschabt: Etwas Teig auf ein angefeuchtetes Spätzlebrett streichen und mit einem Messer oder Schaber dünne Streifen direkt ins kochende Wasser schaben. Das ist die traditionelle Methode und ergibt unregelmäßige, besonders lockere Spätzle. Sie braucht etwas Übung.
Mit der Spätzlepresse: Der Teig wird durch Löcher gedrückt und ergibt lange, gleichmäßige Spätzle.
Mit dem Spätzlehobel: Der Teig wird über eine Lochplatte geschoben und ergibt kurze, knöpfleartige Spätzle.
Sobald die Spätzle an die Oberfläche steigen, sind sie gar. Mit einem Schaumlöffel herausnehmen und kurz in warmem Wasser abspülen oder direkt weiterverarbeiten.
In Portionen arbeiten, damit das Wasser nicht zu stark abkühlt.
Kässpätzle
Kässpätzle sind besonders im Allgäu und in Vorarlberg zu Hause.
200 bis 300 g würziger Käse, zum Beispiel Bergkäse und Emmentaler, gerieben.
2 Zwiebeln in Ringen, in Butter langsam goldbraun geröstet.
Die heißen Spätzle schichtweise mit dem Käse in eine vorgewärmte Form geben, mit Pfeffer würzen und kurz im Ofen schmelzen lassen.
Mit Röstzwiebeln bestreuen und mit einem grünen Salat servieren.
Linsen mit Spätzle
Ein schwäbischer Klassiker: Linsen mit Suppengrün, Lorbeer, etwas Essig und Mehlschwitze gekocht, dazu Spätzle und Saitenwürstle, also Wiener Würstchen. Mit einem Schuss Essig am Tisch abschmecken.
Als Beilage
Spätzle passen zu allem, was Soße hat: Rinderbraten, Rahmgeschnetzeltes, Gulasch, Jägerschnitzel oder Pilzrahmsoße.
Übrig gebliebene Spätzle in Butter in der Pfanne anbraten, eventuell mit Ei, das ist ein schnelles Abendessen.
Hygiene
Der Teig enthält rohe Eier. Rohen Teig nicht naschen und nach dem Zubereiten Hände, Schüsseln und Arbeitsflächen gründlich reinigen.
Gekochte Spätzle zügig abkühlen und innerhalb von ein bis zwei Tagen essen.
Aufbewahren und einfrieren
Gekochte Spätzle lassen sich gut einfrieren: abkühlen lassen, mit etwas Öl vermengen, damit sie nicht zusammenkleben, und portionsweise einfrieren.
Zum Aufwärmen in der Pfanne mit Butter anbraten oder kurz in kochendes Wasser geben.
Ein Stück Heimat
Viele Familien haben ihr eigenes Spätzlerezept und ihren eigenen Hobel aus Großmutters Zeiten. Wer einmal frische Spätzle gegessen hat, greift kaum noch zur Packung.