Ausflug in den Spreewald: Kahnfahrt, Paddeln auf den Fließen, Gurken und sorbische Dörfer
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Der Spreewald in Brandenburg, rund eine Stunde südöstlich von Berlin, ist eine einzigartige Landschaft aus hunderten kleinen Wasserläufen, den Fließen, mit Erlenwäldern, Wiesen und Dörfern, deren Höfe man oft nur übers Wasser erreicht. Er ist UNESCO-Biosphärenreservat und Heimat der Sorben und Wenden. Hier sind die Grundlagen für einen Ausflug.
Kahnfahrt
Die klassische Art, den Spreewald zu erleben, ist eine Fahrt im flachen Holzkahn, den ein Fährmann mit einem langen Rudel durch die Fließe stakt.
Abfahrten gibt es in Lübbenau, Lübben, Burg und anderen Orten, mit Touren von einer bis zu mehreren Stunden.
Das Dorf Lehde mit seinen Höfen und dem Freilandmuseum ist ein beliebtes Ziel.
Im Winter werden an manchen Orten Glühweinfahrten mit Decken angeboten.
Selbst paddeln
Kanus, Kajaks und Stand-up-Paddleboards können vielerorts ausgeliehen werden. Das Paddeln auf den ruhigen Fließen ist auch für Anfänger gut machbar.
An einigen Schleusen muss man selbst schleusen oder das Boot umtragen. Lassen Sie sich die Regeln vom Verleih erklären.
In den Kernzonen des Biosphärenreservats ist das Befahren eingeschränkt oder verboten. Halten Sie sich an die Beschilderung.
Schwimmwesten für Kinder und Nichtschwimmer sind Pflicht für die eigene Sicherheit.
In trockenen Sommern kann der Wasserstand niedrig sein; manche Strecken sind dann schwer befahrbar.
Radfahren
Der Gurkenradweg führt auf über 250 Kilometern durch die Region. Viele Rundwege sind flach und familienfreundlich.
Rad und Boot lassen sich gut kombinieren.
Spreewaldgurken und andere Spezialitäten
Spreewälder Gurken sind als geschützte geografische Angabe eingetragen. Es gibt saure Gurken, Gewürzgurken, Senfgurken und viele mehr.
Klassisch ist Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl.
Fisch aus den Fließen, Plinsen, eine Art Pfannkuchen, und Spreewälder Meerrettich gehören ebenfalls dazu.
Auf dem Gurkenmarkt oder bei Höfen am Wasser lassen sich Spezialitäten probieren und kaufen.
Sorbische Kultur
Die Sorben und Wenden sind eine anerkannte nationale Minderheit in Deutschland mit eigener Sprache und Tradition. Ortsschilder im Spreewald sind zweisprachig, deutsch und niedersorbisch.
Zu Ostern sind die sorbischen Ostereier mit ihren kunstvollen Mustern berühmt, und bei Festen wird die Tracht getragen.
Mücken und Natur
Der Spreewald ist ein Feuchtgebiet: Im Sommer gibt es viele Mücken. Ein Mückenschutz gehört ins Gepäck.
Bleiben Sie auf den Wegen und füttern Sie keine Wildtiere.
Anreise
Mit dem Regionalzug von Berlin nach Lübbenau oder Lübben, oder über die A13.
An schönen Wochenenden im Sommer sind die Kahnhäfen sehr voll. Früh kommen oder unter der Woche fahren.
Beste Reisezeit
Von Frühling bis Herbst sind Kahnfahrten und Paddeltouren am schönsten. Im Herbst färben sich die Wälder, und die Gurkensaison geht zu Ende.