Ehrenamt in Deutschland: Freiwillige Feuerwehr, THW, Tafel, Sportverein und mehr, wie man das Passende findet, Versicherung, steuerfreie Pauschalen und Freiwilligendienste
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Rund jeder dritte Mensch in Deutschland engagiert sich ehrenamtlich: als Trainerin im Sportverein, im Rettungsdienst, bei der Tafel, im Hospiz, in der Hausaufgabenhilfe oder im Naturschutz. Ohne Ehrenamtliche würden viele Angebote gar nicht existieren, vom Feuerwehrschutz auf dem Land bis zum Kindertraining am Samstag. Wer sich engagieren möchte, findet fast überall eine Möglichkeit. So gelingt der Einstieg.
Bereiche des Engagements
Bevölkerungsschutz: Die Freiwilligen Feuerwehren stellen in den meisten Gemeinden den Brandschutz sicher. Dazu kommen das Technische Hilfswerk und Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz, die Johanniter, die Malteser oder die DLRG.
Soziales: Tafeln, Kleiderkammern, Besuchsdienste für ältere Menschen, Hospizarbeit, Unterstützung für Geflüchtete.
Sport: Trainer, Betreuerinnen, Schiedsrichter und Vorstandsarbeit im Verein.
Bildung: Lesepatenschaften, Nachhilfe, Mentoring für Schülerinnen und Schüler.
Umwelt und Tiere: Naturschutzgruppen, Tierheime, Baumpflanzaktionen.
Kultur und Politik: Chöre, Museen, Bürgervereine, Schöffen und Wahlhelfer.
Das Passende finden
Überlegen Sie, wie viel Zeit Sie regelmäßig haben: eine Stunde pro Woche, ein Wochenende im Monat oder nur für einzelne Aktionen.
Fragen Sie sich, was Ihnen Freude macht und was Sie können. Wer gern mit Menschen umgeht, ist im Besuchsdienst gut aufgehoben; wer gern anpackt, bei einer Pflanzaktion.
Freiwilligenagenturen und Ehrenamtsbörsen in vielen Städten vermitteln passende Stellen und beraten kostenlos.
Viele Organisationen bieten ein Kennenlernen oder einen Probetag an. Nutzen Sie das, bevor Sie sich festlegen.
Freiwillige Feuerwehr
Wer bei der Freiwilligen Feuerwehr mitmachen will, durchläuft eine Grundausbildung. Die Feuerwehren freuen sich über neue Mitglieder, auch über Quereinsteiger im Erwachsenenalter.
Arbeitgeber müssen Feuerwehrleute für Einsätze und Ausbildungen in der Regel freistellen. Die Einzelheiten regeln die Feuerwehrgesetze der Länder.
Für Kinder und Jugendliche gibt es Kinder- und Jugendfeuerwehren.
Versicherung und Pflichten
Ehrenamtliche sind bei vielen Tätigkeiten gesetzlich unfallversichert, etwa im Rettungsdienst, in der Feuerwehr oder bei Tätigkeiten für Kommunen und Kirchen. Viele Bundesländer haben zusätzlich Sammelversicherungen für Ehrenamtliche abgeschlossen. Fragen Sie Ihre Organisation, wie Sie versichert sind.
Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen verlangen Träger häufig ein erweitertes Führungszeugnis.
Ehrenamt ist freiwillig, aber Verlässlichkeit gehört dazu: Sagen Sie rechtzeitig ab, wenn Sie nicht kommen können.
Geld und Steuern
Ehrenamt ist grundsätzlich unbezahlt. Viele Organisationen erstatten aber Auslagen wie Fahrtkosten.
Für bestimmte Tätigkeiten in gemeinnützigen Organisationen gibt es steuerfreie Pauschalen: die Übungsleiterpauschale, etwa für Trainer, Ausbilder und Betreuer, und die Ehrenamtspauschale für andere Tätigkeiten. Die Höchstbeträge werden vom Gesetzgeber von Zeit zu Zeit angepasst; die aktuellen Werte finden Sie beim Bundesfinanzministerium oder Ihrem Finanzamt.
Wer Arbeitslosengeld oder Bürgergeld bezieht, sollte vor Beginn klären, wie sich Aufwandsentschädigungen auswirken.
Freiwilligendienste
Junge Menschen können nach der Schule ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr machen.
Der Bundesfreiwilligendienst steht Menschen jeden Alters offen, auch Erwachsenen und Rentnern.
Freiwillige erhalten ein Taschengeld und sind sozialversichert. Die Dienste dauern meist zwölf Monate.
Auch im Ausland gibt es geförderte Freiwilligendienste.
Was man zurückbekommt
Ehrenamt bringt neue Kontakte, Erfahrungen und Fähigkeiten, die auch im Lebenslauf zählen. Vor allem aber zeigen Studien immer wieder, dass Menschen, die sich engagieren, zufriedener sind. Und manchmal entsteht aus einem Ehrenamt eine Freundschaft fürs Leben.